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Detail - Special (661 mal gelesen)
  2008 in der Retrospektive: Denis Gremelmayr - Der Überraschungsmann    08-12-2008
2008 in der Retrospektive: Denis Gremelmayr - Der Überraschungsmann Groß in Erscheinung getreten war Denis Gremelmayr bis zum Frühjahr nicht wirklich. Seit 2000 spielt der Linkshänder aus Heidelberg auf der Tour, im Sommer 2006 hatte er auch kurzfristig mal die Top 100 angekratzt, im selben Jahr hatte er nämlich bei den Australian Open die dritte Runde erreicht. Sonst war er jedoch stets unter ferner liefen zu finden.

Das änderte sich mit Beginn der Sandplatzsaison 2008. Im portugiesischen Estoril nutzte Gremelmayr eine gute Auslosung, um sich, unter anderem gegen einen damals schwächelnden Jarkko Nieminen bis ins Halbfinale zu spielen. Dort wartete dann Roger Federer – klare Klatsche von der Nummer Eins der Welt? Fehlanzeige: Gremelmayr dominierte den Schweizer zeitweise klar, holte sich den ersten Satz mit 6:2 und wenngleich sich Federer in den nächsten beiden Sätzen noch mit 7:5 6:1 durchsetzte, Gremelmayr hatte für Aufsehen gesorgt.

Das setzte sich zwei Wochen später in Barcelona fort. Beim hochklassig besetzten Sandplatzturnier warf er neben Top Ten-Spieler James Blake, der auf Asche sicher nicht das Maß aller Dinge ist, noch Dimitri Tursunov und den gefährlichen Nicolas Almagro aus dem Rennen. Wieder stand er im Halbfinale und wieder gegen einen Ausnahmekönner – Rafael Nadal. Was in Portugal noch klappte, funktionierte in Spanien dann nicht mehr. Der Favorit setzte sich locker durch, Gremelmayr holte nur ein Spiel. Aber viel wichtiger – er war auf einmal im Gespräch: Gremlin tauften ihn Internetfans, in der Rangliste machte er binnen dieser zwei Wochen einen Sprung von 104 auf 59.

In den nächsten Wochen konnte er diese Leistungen jedoch nicht mehr reproduzieren. Bei neun Turnieren gab es grade mal einen Sieg. Aber just in der Phase, in der man ihn als Eintagsfliege (oder eher eine Zweiwochenfliege?) abtun wollte, stand er in Los Angeles wieder in der Vorschlussrunde, unter anderem Wimbledon-Halbfinalist Marat Safin unterlag dem 27jährigen. Gegen Andy Roddick gab es eine klare Niederlage aber drei ATP-Halbfinals lassen sich dennoch sehen.

Der Rest der Saison verlief für Gremelmayr unscheinbar aber auch nicht wirklich enttäuschend. Sicher, in New Haven hatte er schon Matchball gegen Victor Hanescu, schaffte es dennoch nicht in Runde Drei. Aber in Taschkent kam er immerhin bis in Viertelfinale und beim ATP-Challenger in Eckental verteidigte erfolgreich seinen Titel aus dem Vorjahr. Ein angenehmer Jahresausklang. Zusätzlich steht er als 83. der Welt so hoch wie nie zum Saisonende.
Gremelmayr hat die ersten vier Monate der nächsten Saison nur wenige Punkte zu verteidigen. Wenn er seine Chancen nutzt, wird er auch 2009 Bestandteil der Top 100 bleiben.


Sebastian Gewande (Bild : Tennis.de)

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