König Federer besteigt den Thron    06-01-2009
Jahr : 2004
Die Australian Open 2004 markieren einen Wendepunkt in der Tennisgeschichte, stellen sie doch das Turnier dar, bei dem Roger Federer die Nummer Eins der Welt wurde – eine Ranglistenposition die er bis zum August 2008 nicht mehr abgeben sollte.
Nachdem er jahrelang als vielleicht hoffnungsvollstes Talent im Circuit gehandelt wurde, diesen Vorschusslorbeeren aber nur selten Taten folgen ließ, stand Federer bei manchen Beobachtern schon in Verdacht, einer zu sein, der es nie wirklich schaffen würde. 2002 spielte er sich dann in die Top 10 und schon im nächsten Jahr sollte er erstmals in Wimbledon triumphieren. Am Jahresende musste er auf der Rangliste zwar noch hinter Andy Roddick zurückstehen, für nicht wenige galt er aber schon zu dem Zeitpunkt als die wahre Nummer Eins. Schließlich hatte der Schweizer den saisonabschließenden Masters Cup in Houston gewonnen, dabei im Halbfinale Andy Roddick klar geschlagen. Der Wahltexaner hatte zuvor schon eine Niederlage gegen Rainer Schüttler – ja, auch der war mal bei einer WM dabei, kam damals gar ins Halbfinale – kassiert. Im Endspiel bezwang Federer dann auch noch Andre Agassi in beeindruckender Manier.
Beeindruckend war auch seine Vorstellung bei den Australian Open. Lediglich Lleyton Hewitt und David Nalbandian konnten einen Satzgewinn gegen den Schweizer verbuchen. Marat Safin im Finale musste sich mit 6:7 4:6 1:6 geschlagen geben. Am Montag drauf, 2. Februar, stand Federer dann auch offiziell ganz oben. Es war der Startschuss für eine grandiose Saison mit insgesamt elf Turniersiegen, darunter noch Wimbledon, die US Open und der Masters Cup. Drei Grand Slams in einer Saison plus Weltmeisterschaft. Eine Leistung, die kaum zu toppen sein sollte. Federer wiederholte diese Bilanz in den kommenden Jahren noch zweimal.
Und Roddick? Der US-Amerikaner war damals gemeinsam mit Lleyton Hewitt und Marat Safin Federers ärgster Gegenspieler. Nadal stand ja noch in den Kinderschuhen, kam aber immerhin schon in die dritte Runde von Melbourne wo er Hewitt unterlag. Während dieser Hewitt mittlerweile privat im Glück schwebt, er wurde unlängst wieder Vater, ist er als Profi genauso über seinen Zenit wie Marat Safin, der bereits verkünden ließ, wohl Ende des Jahres den Schläger an den Nagel zu hängen. Andy Roddick hingegen ist immer noch in der Weltklasse zu finden. Zeitweise mit Jimmy Connors als Coach sorgt er immer noch für Furore bei manchen Turnieren. Den Kontakt zum Quartett der Großen, dem neben Federer und Nadal mittlerweile Djokovic und Murray angehören, hat er jedoch verloren.
Von den Deutschen hingegen gab es 2004 weit weniger zu vermelden. Vorjahresfinalist Rainer Schüttler kassierte gegen Robin Söderling eine üble Niederlage trotz Zweisatzführung bereits in Runde Eins. Nicolas Kiefer scheiterte ebenfalls gleich zum Auftakt an Filipo Volandri. Tommy Haas war zum Zeitpunkt des Turniers noch aufgrund seiner langwierigen Schulterverletzung wie schon in der gesamten Vorsaison nicht am Start. Einziger Deutscher in Runde Zwei damals: Florian Mayer.
Sebastian
Gewande (Bild : Tennis.info)
|
|
|
|
 
|
|