Die besten Sandplatzspieler: 10. Ilie Nastase    06-04-2009
Miami ist Geschichte. Nun, im Herzen der Tennissaison geht es wieder auf die rote Asche. Wenngleich die letzten Jahre auf diesem Belag vor allem durch einen Mann, ich brauche seinen Namen nicht zu erwähnen, geprägt wurden, hat es in der Vergangenheit selbstverständlich schon eine ganze Reihe an erstklassigen Sandplatzspielern gegeben.
An dieser Stelle werfen wir also einen Blick zurück auf die Großen von gestern, die zehn besten Sandplatzspieler der Open-Ära. Beginnen wir mit:
10. Ilie Nastase
Ilie Nastases Karrierebilanz ist ein wenig kurios. Der launische Rumäne hat mit 57 Turniersiegen im Einzel genauso viel zu bieten wie ein gewisser Roger Federer, wobei man hier nur die Erfolge der Open-Ära zählt. Gleichwohl hat letzterer bislang 13 Grand Slam-Titel eingefahren, Nastase hingegen in 20 Jahren auf der Tour nur zwei; die US Open 1972 und ein Jahr später die für unsere Liste relevanten French Open.
Betrachtet man seine Karriere als Ganzes, so ist Nastase zwar nicht einer der ganz Großen des Sports gewesen wie etwa Connors oder Borg aber er ist trotzdem ein gutes Stück von zweifachen Slam-Siegern wie Patrick Rafter oder Marat Safin entfernt. Warum er in dieser Liste auftaucht, liegt vor allem an einer fantastischen Saisonleistung 1973:
Das wichtigste Sandplatzturnier der Welt, die French Open gewann er damals so überlegen wie kaum ein Spieler vor oder nach ihm. Ohne Satzverlust holte er sich die Trophäe, schlug im Endspiel Niki Pilic mit 6:3 6:3 6:0. Zweieinhalb Spiele gab er im Durchschnitt pro Satz ab, da guckt auch Rafael Nadal.
Überhaupt war es das Jahr des Ilie Nastase. 15 Turniere gewann der Rumäne in dieser Saison, acht davon auf Sand. Darunter mit Rom, Barcelona und Monte Carlo die drei prestigeträchtigsten nach eben Roland Garros. Und wären zum Saisonende nicht die beiden Patzer gegen Tom Okker in Madrid und Raul Ramirez in Teheran gewesen, seine Matchbilanz auf Asche wäre makellos geblieben. Aber was sind schon zwei Niederlagen gegenüber 60 Siegen?
28 Einzeltitel auf roter Asche, darunter auch der wichtigste der Branche, eine weitere Finalteilnahme dort im Jahr 1971. Der bei Grand Slams nur selten glückliche Ilie Nastase hat sich seinen Platz in der Top Ten redlich verdient.
Sebastian
Gewande (Bild : Tennis.info)
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