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Detail - Special (667 mal gelesen)
  Wimbledon: Das Los der Deutschen    19-06-2009
Wimbledon: Das Los der Deutschen Gleich zwei Jubiläen in Wimbledon dieser Tage. Vor 20 Jahren gab es den historischen deutschen Doppelsieg von Boris Becker und Steffi Graf, zehn Jahre später, 1999 also, hatten die beiden Ikonen des deutschen Tennis ihren letzten Auftritt in Wimbledon, für Becker, der ins Achtelfinale kam, gleichzeitig der letzte Auftritt seiner Karriere, für die Finalistin Graf der vorletzte.

Ob die aktuellen Profis dieses Jahr an solche Leistungen anknüpfen können ist wohl zu verneinen wenngleich man nicht vergessen darf, dass immer mal wieder eine Sensation passieren kann, so wie Schüttlers Halbfinale im Vorjahr.

An dieser Stelle schauen wir uns die Auslosung der Deutschen einmal etwas näher an:

Eben jener Rainer Schüttler ist in Wimbledon auch, obwohl national nur die Nummer Zwei, der höchstgesetzte Deutsche, nämlich die 18. Schüttler spielt in Runde Eins gegen Xavier Malisse. Der Belgier ist alles andere als eine einfache Aufgabe. Wenngleich in den letzten Monaten glücklos und erst über die Qualifikation ins Hauptfeld gekommen, war er vor neun Jahren wie Schüttler schon einmal in der Vorschlussrunde. Ein unberechenbarer Gegner.

Deutschlands Nummer Eins, Philipp Kohlschreiber ist an 27 gesetzt und somit bis zur dritten Runde, wo Roger Federer warten dürfte, vor zu großen Namen geschützt. Der Augsburger trifft zum Auftakt auf Florent Serra. Der Franzose hatte in Halle Matchbälle gegen Novak Djokovic. Wenngleich Kohlschreiber Favorit ist, diese Partie darf er nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Stichwort Schulter. Die hält bei Tommy Haas bisher wieder und prompt gewann der Wahlamerikaner in Halle seinen ersten Rasentitel nachdem er bei den French Open den späteren Champion Roger Federer auf dem Schläger hatte. Haas ist in Topform und galt als gefährliches „Floater“ im Tableau. Dann wurde er durch die Absage von Gael Monfils doch noch gesetzt.

Mit Alexander Peya hat der 31jährige auch einen dankbaren Gegner erwischt. Der Österreicher ist die 203 der Welt und in Wimbledon nie über die zweite Runde hinausgekommen. Haas muss einfach siegen.

Nicolas Kiefer, vor zwölf Jahren schon einmal im Viertelfinale, spielt zum Auftakt gegen Andrei Pavel. Der Rumäne ist wie Kiefer schon seit Ewigkeiten auf der Tour und führt im internen Vergleich auch mit 3:1 gegen den Niedersachsen wenngleich die letzte Begegnung bereits acht Jahre her ist. Andererseits konnte der lange verletzte Pavel in dieser Saison noch kein einziges Match gewinnen, Kiefer hat also beste Chancen auf Ergebniskosmetik und den Einzug in Runde Zwei.

Philipp Petzschner spielt in Runde Eins gegen Rajeev Ram. Der Bayreuther ist 105 Positionen höher in der Rangliste als der US-Amerikaner. Will er dieses Jahr noch unter die besten 50, dann muss er ein solches Match gewinnen.

Mischa Zverev bekommt es in Runde Eins mit dem an 25 gesetzten Dimitri Tursunov zu tun. Eine interessante Begegnung, beide in Moskau geboren, Zverev seit früher Kindheit in Hamburg lebend, Tursunov, trotz russischem Pass in Kalifornien weilend. Die bisher einzige Begegnung fand ironischerweise dann auch in Moskau statt. Vor zwei Jahren war das und Zverev unterlag in drei Sätzen.

Seitdem hat sich der Linkshänder aber stets verbessert und sollte durchaus Siegchancen haben. Ein Fragezeichen ist jedoch der Körper: Zverev musste vor drei Tagen in Hertogenbosch verletzt passen. Es stellt sich daher die Frage, wie fit er an den Start gehen wird.

Björn Phau hat in Runde Eins Victor Crivoi zugelost bekommen. Wenngleich der Rumäne keine große Nummer ist, Phau ist es auch nicht. Hier ist einiges drin für beide. Kann durchaus über fünf Sätze gehen.

Benjamin Becker spielt gegen Roko Karanusic. Der Kroate ist die 112 der Welt und hat diese Saison lediglich auf Sand ein paar passable Resultate zusammengespielt. Für den formstarken Becker, Rasenbilanz 2009 vor dem Endspiel in Hertogenbosch bislang 8:1, sollte das eine lösbare Aufgabe sein.

Andreas Beck hat Marcel Granollers vor sich. Der Spanier kam bei seinen beiden bisherigen Starts nie über Runde Eins hinaus und wenn Beck konzentriert aufspielt, sollte er es auch 2009 nicht schaffen.

Simon Greul ist als einziger Deutscher über die Qualifikation ins Hauptfeld gekommen. Der Stuttgarter trifft auf Michael Yani, für den selbiges gilt. Von daher eine Partie ohne wirklichen Favoriten. Greul als 102 der Welt könnte mit einem Sieg den Sprung zurück unter die Top 100 völlig klar machen.


Sebastian Gewande (Bild : Tennis.info)

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