Erfolge: : Australian Open 1981, 1983, 1985, French Open 1982, 1984, Wimbledon 1978, 1979, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986, 1987, 1990, US Open 1983, 1984, 1986, 1987, Masters 1978, 1979, 1981, 1983, 1984, 1985, 1986 (März und November)--> 181 Punkte
Wenn es um nackte Zahlen geht, so gibt es keinen Tennisprofi, ob männlich oder weiblich, der sich mit Martina Navratilova messen kann. Zwischen ihrem Debüt 1973, zwei Jahre später wurde sie Profi, und ihrem zweiten Rücktritt 2006 gewann sie 167 Turniere im Einzel, 177 im Doppel und zehn im Mixed - 354 Titel insgesamt. Ein Rekord für die Ewigkeit.
Martina Navratilova hatte früh zu kämpfen gelernt. Als Kind oft für einen Jungen gehalten erlernte sie in Prag das Tennisspiel durch ihren Stiefvater Miroslav, ihr leiblicher Vater hatte Selbstmord begangen. 1975 flüchtete Navratilova aus dem CSSR-Regime in die USA wo sie nicht nur wegen ihrer Herkunft um Akzeptanz zu kämpfen hatte sondern auch wegen ihrer Homosexualität.
Aber Navratilova kämpfte und gewann. Durch ihr rigides Fitnessprogramm revolutionierte sie das Damentennis. Jahrelang konnte sich niemand mit der Athletik der Nummer Eins messen. Von 1982 bis 1986 herrschte Martina Navratilova über das Damentennis, nur kurz unterbrochen von Chris Evert. Über das Jahrhundertduell der beiden Ausnahmespielerinnen ist in Everts Portrait ausführlicher geschrieben worden.
18 Grand Slams konnte Martina Navratilova im Einzel gewinnen. Neun davon in Wimbledon. Ihr explosives Serve and Volley-Spiel war wie geschaffen für den heilligen Rasen. Auch im Doppel war sie eine Macht. An der Seite von Pam Shriver gewann sie zwischen 1983 und 1985 109 Matches in Folge.
Auch im Einzel erreichte Navratilova Schwindel erregende Rekorde. Hätte sie 1983 bei den French Open nicht gepatzt, sie wäre der erste Profi überhaupt geworden mit einer blütenreinen Jahresbilanz, so wurde es ein 86:1.
Als sie 1987 von Steffi Graf auf der Weltrangliste überholt wurde und die beiden Jahre drauf auch in Wimbledon das Nachsehen gegen die Deutsche hatte, hätte man meinen können, Navratilova würde sich vom Sport zurückziehen.
Doch dem war beileibe nicht so. Navratilova nahm die Herausforderung durch die neue Generation an, stand bis zu ihrem Rücktritt 1994 ununterbrochen in den Top Ten, meist sogar in den Top 5 - mit knapp 40 Jahren! Bei ihrem Abschied in Wimbledon hätte sie fast noch einmal den großen Triumph geschafft aber Conchita Martinez erwies sich als Spielverderberin.
Navratilova konnte trotzdem nicht vom Schläger lassen. 2000 kehrte sie auf die Doppeltour zurück und spielte sich wieder in die Top 10. Spaßeshalber trat sie 2003 in Eastbourne und 2004 in Wimbledon auch im Einzel an und gewann jeweils ein Einzelmatch - mit 46 respektive 47 Jahren!
Durch ihre Erfolge auf dem Platz, ihre Lebensgeschichte und Charakterstärke wurde Martina Navratilova schon zu aktiven Zeiten eine Ikone des Sports.
Sebastian
Gewande (Bild : Joe Bateman)
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