2010 – Ein Ausblick    26-12-2009
Bald geht es wieder los, die neue Saison steht vor der Tür. Was wird uns im kommenden Jahr auf dem Tennisplatz erwarten, wer greift nach den großen Titeln, welche Spieler gilt es im Auge zu behalten? Nachfolgend ein kleiner Ausblick auf die Profitour 2010:
Federers Konkurrenten werden immer mehr
Nach einem Jahr Abstinenz hat Roger Federer die abgelaufene Saison wieder als Nummer Eins der Welt abgeschlossen. Trotz seiner Rekorde sollte aber nicht vergessen werden, dass Federer allmählich in den Herbst seiner Karriere kommt. Im Sommer wird er 29, er ist glücklicher Familienvater. Wie im Vorjahr hat er „nur“ vier Turniere gewinnen können – natürlich alles Hockkaräter doch es gab auch diverse Niederlagen gegen Spieler, die er vor zwei, drei Jahren noch verputzt hätte.
Federer profitierte 2009 auch von den Problemen Rafael Nadals. Bleibt der Spanier die Saison über fit, wird es eine deutlich schwieriger für Federer als 2009. Gleichzeitig darf man Novak Djokovic, Andy Murray und Juan Martin Del Potro nicht vergessen, die sich spielerisch immer noch in der Entwicklung befinden und alle für einen Grand Slam-Erfolg gut sind.
In den vergangenen Jahren hat sich mit jeder Saison ein weiterer direkter Konkurrent für den Schweizer etabliert. Natürlich ist Federer auch 2010 noch der heißeste Kandidat für Grand Slam-Turniere, die dauerhafte Dominanz an der Weltspitze ist jedoch fraglicher geworden.
Wer schafft den Durchbruch
Djokovic 2007, Murray 2008, Del Potro 2009. Jedes Jahr ein neuer Star. Wer wird es dann 2010? Der Name, der sich am stärksten aufdrängt, ist der von Marin Cilic. Der 21jährige Kroate steht kurz vor dem Sprung unter die Top Ten der Welt, bei den US Open stand er erstmals bei einem Slam im Viertelfinale.
Ansonsten kann sich Gael Monfils Hoffnungen auf die Etablierung in den Top Ten machen. Der extrovertierte Franzose ist jedoch arg verletzungsanfällig. Die Amerikaner werden auf Sam Querrey setzen, den ein Missgeschick mit einem Glastisch auf seinem Weg in die Top 20 ausbremste. Dann gibt es da noch den jungen Brasilianer Thomaz Bellucci und das derzeit stagnierende lettische Supertalent Ernests Gulbis. Kaliber wie Murray oder Del Potro sind sie jedoch alle nicht. 2010 sollte demnach ein Jahr schon etablierter Spieler werden.
Das deutsche Tennis 2010
Und die Deutschen? Quantitativ steht das deutsche Herrentennis so gut dar wie eigentlich noch nie: Elf Spieler stehen unter den besten 100. Wäre Nicolas Kiefer vom Doppelten Bänderriss im Januar verschont geblieben, wären es wohl ein Dutzend geworden.
Trotz vieler schöner Erfolge sollte man nicht in Euphorie verfallen: Deutschlands Bester, Tommy Haas hat zwar die Chance, mit einem starken Saisonstart noch einmal an den Top Ten zu schnuppern, im April wird er jedoch auch schon 32. Becker, Berrer und Greul gehen auf die 30 zu, Schüttler hat sie schon lange überschritten. Mit Philipp Kohlschreiber, Andreas Beck, Mischa Zverev und Philipp Petzschner gibt es zwar gleich mehrere Spieler, die aufhorchen lassen können doch anders als bei den Damen mit Sabine Lisicki fehlt ein Spieler, der sich dauerhaft in der Weltspitze etablieren könnte.
Sebastian
Gewande (Bild : Reiko)
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