Das Los der Deutschen    17-01-2010
Morgen geht es los mit dem ersten Grand Slam-Turnier des Jahres. Die Australian Open stehen vor der Tür. Mit elf Herren sind die DTB-Profis quantitativ gut vertreten. Qualitativ kann man am ehesten von Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber gute Ergebnisse erwarten. Hier erst ein Ausblick auf die Erstrundenbegegnungen der Herren:
Dieter Kindlmann gegen Nikolay Davydenko – 0:1
Der 27jährige aus Sonthofen ist gewöhnlich auf der Challengertour aktiv. Nach Melbourne und New York im Vorjahr hat er hier zum dritten Mal die Qualifikation für ein Grand Slam gepackt und wie schon in New York Nikolay Davydenko zugelost bekommen. Damals siegte der Russe 6:3 6:4 7:5. Aktuell ist Davydenko bekanntlich in der Form seines Lebens, sodass das Ergebnis noch deutlicher zu seinen Gunsten ausfallen sollte.
Michael Berrer gegen Kristof Vliegen – 0:0
Der Stuttgarter Spätstarter erlebt mit 29 seinen zweiten Frühling. Berrer beendete 2009 stark mit Erfolgen auf der Challengertour und startete mit einem Viertelfinale in Chennai solide in die neue Saison. Vliegen hingegen musste die zweite Saisonhälfte 2010 verletzungsbedingt passen, was Berrer zusätzlich in eine leichte Favoritenrolle hebt.
Mischa Zverev gegen Lukasz Kubot – 0:0
Verletzungssorgen kennt auch Mischa Zverev. Die letzten zwei Monate 2009 musste er wegen einer Handverletzung aussetzen. Die Vorbereitung auf Melbourne verlief bislang enttäuschend, kein Satzgewinn in zwei Matches. Kubot hingegen verfehlte in Doha nur um einen Tiebreakgewinn den Einzug ins Halbfinale. Der Pole ist Favorit.
Tommy Haas gegen Simon Greul – 0:0
Ohne Matchgewinn reist Tommy Haas vom Schauturnier in Kooyong zu den Australian Open. Hier hat er mit drei Halbfinalteilnahmen seine größten Erfolge vorzuweisen. Greul ist ein solider Spieler, der Ende 2009 erstmals unter die Top 60 kam. Alles andere als ein Sieg von Haas wäre aber dennoch eine große Überraschung.
Benjamin Becker gegen Grega Zemlja – 0:0
Der slowenische Qualifikant steht 131 Plätze hinter Becker, der als 38. derzeit wieder seine Bestplatzierung vom März 2007 innehat. Der Orscholzer spielt seit einem Jahr zwar nicht herausragend aber doch erstaunlich solide. Für einen Sieg gegen den 23jährigen Zemlja sollte es auch hier reichen.
Rainer Schüttler gegen Sam Querrey – 0:0
Vor sieben Jahren schaffte Rainer Schüttler hier in Melbourne den größten Erfolg seiner Karriere, den größten Erfolg eines deutschen Tennisspielers im vergangenen Jahrzehnt. Seither wurde er oft abgeschrieben und hat doch immer wieder mal überrascht. Gegen den elf Jahre jüngeren Querrey, der nur durch eine unselige Verletzung in Bangkok von seinem Durchbruch in die Top 20 abgehalten wurde, wird es jedoch mehr als schwer.
Daniel Brands gegen Evgeni Korolev – 0:0
Der 22jährige Deggendorfer gehört zu den aktuellen Hoffnungen im deutschen Tennis. Seit kurzem in den Top 100 stehend, erwischte der baumlange Brands jedoch in Chennai einen Fehlstart – 2:6 2:6 gegen Kevin Kim. Korolev seinerseits konnte seine beiden Erstrundenmatches 2010 erfolgreich absolvieren, so dürfte es auch in Melbourne sein.
Florian Mayer gegen Philipp Petzschner – 1:0
Florian Mayer fühlt sich in der kleinen Challengerszene weitaus wohler als im Rampenlicht der ATP und ITF, wie sein Erfolg vor einer Woche in Noumea beweist. Sein Gegenüber Petzschner, ebenfalls aus Bayreuth stammend, ist der großen Bühne dagegen etwas aufgeschlossener. Allerdings ist Petzschners Form sehr schwankend. Vom glatten Sieg zur glatten Niederlage mit dem Mittelweg Fünfsatzmatch ist bei dieser Partie alles drin.
Philipp Kohlschreiber gegen Horacio Zeballos – 0:0
Beim Hopman Cup bekleckerte er sich nicht grade mit Ruhm aber das Halbfinale in Auckland lässt dann doch wieder etwas hoffen. Philipp Kohlschreibers Ziel muss es sein, in den nächsten Monaten den Sprung unter die Top 20 zu schaffen. Gegen den Argentinier, der seinen Rang als 50. der Welt vor allem Challengererfolgen auf südamerikanischem Sand zu verdanken hat, ist ein Sieg daher Pflicht.
Sebastian
Gewande (Bild : Tennis.info)
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