Williams gegen Henin – Der Zweikampf 2010?    31-01-2010
Auch wenn ihr anders als Kim Clijsters die Krönung bei der Rückkehr auf die große Tennisbühne versagt blieb, die Australian Open 2010 stellen für Justine Henin dennoch einen Meilenstein dar. Eineinhalb Jahre Abstinenz vom Profitennis hatte die zierliche Belgierin locker weggesteckt und der besten Spielerin der Welt, Serena Williams, über weite Strecken ein Duell auf Augenhöhe geboten.
Es war übrigens das erste Treffen der beiden in einem Grand Slam-Finale und wenn man sich die derzeitige Situation im Damentennis anschaut, dürfte es nicht das letzte gewesen sein. Serena Williams war diesmal voll des Lobes für ihre unterlegene Gegnerin. Es sei aufregend, dass sie wieder dabei sei und sie könne auch wieder die Nummer Eins der Welt werden, vor allem natürlich mit dem derzeitigen Weltranglistensystem, so Williams.
Unrecht dürfte sie damit nicht haben. Die US-Amerikanerin unterscheidet in ihrer Leistungsbereitschaft bekanntlich schon seit einiger Zeit zwischen den großen Vier und dem Rest der Tour – die Turniere, die den Ausschlag geben können hinsichtlich des Rankings.
Henin gegen Williams also als der Zweikampf um die Spitze 2010? Durchaus, denn abgesehen von den überragenden spielerischen Fähigkeiten haben die Matches gegen Victoria Azarenka (Williams) und Yanina Wickmayer (Henin) gezeigt, dass die beiden besten Spielerinnen der vergangenen Dekade auch mental eine Klasse für sich sind.
Williams ihrerseits ist noch weit davon entfernt, mit im Herbst 29 Jahren an das Karriereende zu denken. Billie Jean King hat sie mit ihrem zwölften Grand Slam-Erfolg nun eingeholt, Das Duo Navratilova/Evert soll als nächstes erreicht werden, dazu braucht sie noch sechs Titel.
Henin hingegen sprach vom „unerfüllten Traum“, der in ihr wieder hochkam als Roger Federer im Vorjahr in Paris triumphierte. Dabei ging es der Belgierin jedoch nicht um Roland Garros, wo sie schon viermal jubelte, sondern Wimbledon, das einzige große Turnier, das sie noch nicht gewinnen konnte.
Den Tennisfans kann es jedenfalls nur recht sein, wenn sich Williams und Henin noch lange auf der Damentour tummeln und sich noch einige Klassiker liefern.
Sebastian
Gewande (Bild : Tennis.info)
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