Thomaz Bellucci – Kein Sand im Getriebe    14-02-2010
24 gewonnene Matches in Folge
Am Freitag hat Thomaz Bellucci im Viertelfinale von Costa do Sauipe gegen Ricardo Mello verloren. Soweit so unspektakulär. Zwei Brasilianer unter den besten Acht eines kleinen brasilianischen Turniers, who cares? Aber für Bellucci ging damit eine Serie von 24 Siegen in Folge auf roter Asche zu Ende.
Weil die Sandplatzturniere im Profizirkus fast nur im Frühling, wenn die Tour gen Roland Garros zieht, im Fokus der Aufmerksamkeit stehen (Wir Deutschen schauen zwar im Juli in Stuttgart und Hamburg noch mal hin), ist Thomaz Bellucci etwas unterm Radar geblieben in den vergangenen zwölf Monaten.
Rascher Aufstieg in die erweiterte Weltklasse
Dabei gehört der Mann aus Tiete, wohnhaft in Sao Paulo, zu den Aufsteigern der Herrentour. 2008 schloss er als Nummer 90 erstmals unter den Top 100 der Welt ab. Derzeit wird er schon um Rang 30 geführt.
Das ist zwar noch weit von den Dimensionen entfernt, in die Brasiliens Superstar Gustavo Kuerten vorstieß, doch auf Bellucci sollte man aufpassen. Wenngleich er nicht unbedingt zum großen Rivalen der Nadals, Federers, Djokovics und Del Potros avancieren dürfte, die eine oder andere Überraschung ist ihm schon diese Saison zuzutrauen.
Durchbruch in den Schweizer Alpen
Der schlaksige Linkshänder machte vor Jahresfrist erstmals auf sich aufmerksam, als er sich beim Heimspiel in Costa do Sauipe fürs Finale qualifizierte und nur knapp an Tommy Robredo scheiterte. Im Juli in Gstaad schaffte er dann endgültig den Sprung auf die große Tour. Aus der Qualifikation heraus spielte sich Bellucci bis ins Finale und gewann hier – zum Leidwesen vom Ravensburger Andreas Beck – seinen ersten ATP-Titel.
Die Saison 2009 schloss er bezeichnenderweise mit einem Sieg ab. Beim Challenger zuhause in Sao Paulo schlug er im Endspiel Nicolas Lapentti. Damit hatte er gleichzeitig seine persönliche Siegesserie von 17 Sandplatzmatches in Folge – aufgestellt auf Challengerturnieren im Frühjahr 2008 – eingestellt.
Sieg gegen Superstar Gonzalez
Mit dem Turniersieg in Santiago de Chile gegen Juan Monaco am 7. Februar bestätigte er seine Klasse auf Sand noch einmal. Ein Ausrufezeichen hatte er schon im Halbfinale gesetzt, als er den vierfachen Titelträger und einheimischen Superstar Fernando Gonzalez nach Satzrückstand noch besiegte.
Auf Hartplätzen ist Bellucci noch nicht so heimisch geworden, zeigt aber schon bessere Leistungen als vergleichbare US-Stars auf Sand. Und in seinem Alter, am 30. Dezember ist er 22 Jahre alt geworden, besteht in dieser Hinsicht noch Raum für Verbesserung. Sein Aufschlag, der für einen klassischen Sandplatzwühler ungewöhnlich stark ist, sollte ihn dabei unterstützen.
Die nächsten Erfahrungen auf Hartplatz wird Bellucci bald in Indian Wells und Miami machen können, wo er mitunter schon gesetzt sein könnte. Danach zieht der Tross weiter nach Europa auf die rote Asche. Bellucci wird dort zeigen, dass er keinen Sand im Getriebe hat.
Sebastian
Gewande (Bild : Tennisinfo.be)
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