Mike und Bob Bryan: 600 gemeinsame Siege    28-02-2010
Im Schatten des Einzels
Es ist der Fluch der Doppelprofis, dass sie sich meistens nur im Davis Cup und bei den Olympischen Spielen einmal in den Vordergrund spielen können. Sicher, bei den Grand Slam-Turnieren werden die Finalergebnisse wohlwollend durchgegeben, ansonsten findet die Doppeltour weitestgehend unter ferner liefen statt.
Schade eigentlich, denn mit vier Schlägern auf dem Platz kommt es in dieser Disziplin zu Ballwechseln, wie sie im Einzel gar nicht möglich sind. Ein Ball, der im Einzel schon längst verloren wäre, ist es im Doppel noch längst nicht.
Die großen Unbekannten
Auch die Spitzenspieler der Schattendisziplin sind den meisten Fans weitgehend unbekannt. Beim Blick in die Geschichtsbücher stechen vielleicht John McEnroe und Peter Fleming oder die „Woodies“, Todd Woodbridge und Mark Woodforde heraus. Aber liegt das nicht eher daran, dass bei ersterem Team eine Legende im Einzel dabei war und das zweite Duo einfach einen griffigen Spitznamen hatte? Wer kennt noch Ken Flach, Bob Lutz, Tom Okker?
Die aktuellen Weltranglistenersten im Doppel profitieren jedenfalls auch von einem hohen Wiedererkennungswert. Mike und Bob Bryan sind nämlich Zwillinge. Die beiden Brüder aus Wesley Chapel in Florida werden im April 32 Jahre alt – im Doppel gehört man damit noch längst nicht zum alten Eisen.
Dies bewiesen die Bryan Brothers aktuell in Delray Beach. Ihr Semifinalsieg über Taylor Dent und Ryan Harrison stellte den 600. gemeinsamen Matchgewinn dar. Kein Duo hat mehr eingefahren.
Weitere Rekorde warten
Eine beeindruckende Zahl. Doch satt sind die Bryans noch lange nicht. Gibt es doch noch weitere Rekorde zu brechen. Mit nunmehr 58 Titeln (auch das Finale gegen Marx/Zelenay gewannen sie natürlich) fehlen ihnen nur noch vier Trophäen um die oben erwähnten Woodforde und Woodbridge zu überholen.
Die Woodies sind auch bei den Grand Slam-Titeln noch ein paar Nasenlängen voraus. Die Australier kamen zwischen 1992 und 2000 auf insgesamt elf Erfolge. Bryan und Bryan haben es seit den French Open 2003 auf bislang acht Titel gebracht. Im Januar in Melbourne gab es den aktuellsten Sieg.
Ein Sieg, der wohl kaum der letzte bleiben wird. Im Doppel kann man auch noch mit Ende 30 vorne mitspielen. Mike und Bob Bryan können noch einige Rekorde aufstellen. Fragt sich nur, wie viele Leute dies mitkriegen.
Sebastian
Gewande (Bild : Chris)
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