What’s eating Andy Murray?    18-04-2010
What's eating Andy Murray? Was nagt an Andy Murray? Der Schotte spielt seit zwei Monaten weit unter Normalform. Was ist passiert?
Eine unverhofft bittere Niederlage
Rückblick Anfang des Jahres: Andy Murray spielt sich ins Finale der Australian Open, wobei der 22jährige Schotte nur einen einzigen Satz abgeben muss (gegen Cilic im Halbfinale). Auch Chancen auf einen Sieg im Endspiel werden ihm zugerechnet, geht es doch gegen Roger Federer, den er in zehn Partien sechsmal schlagen konnte.
Aber dann kommt es doch wieder zur Federer-Show und einem Dreisatzsieg für den Schweizer. Besonders bitter für Murray: Im dritten Satz hatte er ein Break Vorsprung und dann im Tiebreak ganze fünf Satzbälle. Genützt hat es nichts. Bei der Siegerehrung brach er, wie ein Jahr zuvor Federer, in Tränen aus.
Seit diesem Finale scheint Andy Murray neben der Spur zu sein. In Dubai unterlag er im Achtelfinale Janko Tipsarevic, in Indian Wells im Viertelfinale Robin Söderling (gut, dies kann passieren), in Miami war gleich zum Auftakt Schluss gegen Mardy Fish und selbiges passierte aktuell in Monte Carlo gegen Philipp Kohlschreiber wobei der Deutsche ihm nur drei Spiele ließ.
Nicht mehr Teil des Spitzenquartetts
Die Quittung wird Montag auf dem Fuße folgen. Erstmals seit August 2008 steht Murray dann nicht mehr im Spitzenquartett der Weltrangliste. Ob es noch weiter nach unten geht, hängt von zu vielen Faktoren ab, als dass man schon ein Urteil abgeben könnte.
Der Sandplatz, Stammbelag für die nächsten acht Wochen, ist nicht Murrays liebster, dennoch erreichte er im Vorjahr in Paris immerhin das Viertelfinale, was er zuvor schon in Madrid schaffte.
Dann kommt Wimbledon. Zwar ist er kein Engländer aber doch ein Brite und von daher unter besonderem Druck beim prestigeträchtigsten Turnier der Welt. Fred Perrys Siege aus den 30ern sind praktisch Mythos geworden, seither warten die Fans an der Church Road auf einen Sieger von der Insel.
Das Jahr der großen Prüfungen?
Für Andy Murray scheint 2010 seine Reifeprüfung zu werden. Jahrelang ging es für den Jungstar immer nur gradewegs nach oben. Jetzt aber, mittlerweile etabliert auf der Tour, müssen die wirklich großen Erfolge kommen.
Murray sollte sein Herz jedoch nicht zu sehr an die Niederlage in Melbourne hängen. Natürlich hat er seine bisherigen zwei Grand Slam-Finals glatt verloren, beide gegen Federer. Aber die Tennisgeschichte ist voll von Spielern und Spielerinnen, denen es ähnlich ging und die dennoch die Kurve bekommen haben. Man denke an Lendl.
2009 war es Roger Federer, der bei der Siegerehrung, in seinem Fall die Verliererehrung, in Down Under bittere Tränen vergoss. Ein Jahr später war er der strahlende Sieger. Gleiches kann Andy Murray schaffen. Im Mai wird er 23, Zeit hat er also noch.
Sebastian
Gewande (Bild : Tennis.info)
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