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Stuttgart - Nach einem dramatischen Spiel hat Andrea Petkovic dem DTB-Team den ersten Punkt im Erstrunden-Duells des Fed Cup gegen Australien gesichert. Durch ihren 6:4, 3:6, 12:10-Sieg gegen Samantha Stosur steht es nun nach den ersten beiden Einzeln 1:1. Zuvor hatte Angelique Kerber gegen Jarmila Gajdosowa verloren.

Da es im Fed Cup im dritten Satz keinen Tiebreak gibt, fiel die Entscheidung erst nach einer Matchdauer von 3:14 Stunden.

Petkovic: "Habe meinen Meditations-Scheiß nicht umsonst gemacht"

"Wenn wir hier mit 0:2 in Rückstand geraten wären, hätte das ganz schön weh getan", sagte eine erleichterte Barbara Rittner nach der Partie. Die deutsche Teamchefin wollte nach dem starken Auftritt ihrer Nummer zwei aber ihr auch die komplette Mannschaft loben. "Es macht mich einfach immer wieder stolz, dieses Team zu sehen", so Rittner.

Petkovic bezeichnete besonders ihre Konzentrationsleistung und ihre Aggressivität als Schlüssel für den Erfolg. "Ich war heute sehr, sehr konzentriert. Das zeigt, dass ich meinen ganzen Meditations-Scheiß nicht umsonst gemacht haben", so die 27-Jährige. "Ich war sehr aggressiv, gerade bei den kurzen Bällen. Das hat heute den Unterschied gemacht."

Stosurs Aufschlag ohne Wirkung

In einer starken Anfangsphase konnte sich Petkovic gleich zu Beginn zwei schnelle Breaks holen. Die Darmstädterin nahm die Bälle sehr früh und dominierte die US-Open-Siegerin von 2011, die weit hinter der Grundlinie stehen musste.

Stosurs sonst so gefürchteter Aufschlag kam zu Beginn kaum zum Tragen. Im Gegenteil, Petkovic konnte mit intelligenten Retourns die australische Nummer eins immer wieder in Bedrängnis bringen.

Mitte des ersten Satzes hatte Stosur ihre Schwäche-Phase allerdings überwunden. Die 30-Jährige konnte nun vor allem mit der Vorhand deutlich mehr Druck ausüben und nahm Petkovic im siebten Spiel den Aufschlag ab.

Petkovic und Stosur liefern sich faszinierendes Grundlinien-Duell

Petkovic ließ sich aber nicht beeindrucken. Sie erlaubte Stosur nur wenige freie Punkte und überzeugte weiterhin mit guten Retourns. Der erste Satz ging folglich mit 6:4 an die Deutsche.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein faszinierendes Grundlinien-Spiel. Sowohl Petkovic als auch Stosur standen sehr nahe an der Linie und versuchten sich auszumanövrieren.

Petkovic gelang das zunächst besser. Wie schon im ersten Satz holte sich die deutsche Nummer zwei das erste Break. Doch Stosur antwortete postwendend mit dem Rebreak.

Die Spannung in der Stuttgarter Porsche-Arena war extrem hoch. Allein das sechste Spiel bei Aufschlag Stosur dauerte mehr als zehn Minuten, immer wieder hatte Petkovic die Chance auf ein möglicherweise vorentscheidendes Break. Doch Stosur konnte sich auf ihre Vorhand verlassen.

Nervenschlacht in Stuttgart

Und plötzlich war die australische Nummer eins wieder voll da. Erneut war es ihre Vorhand, die Petkovic Probleme bereitete. Ein Longline-Winner brachte Stosur ihr zweites Break, ein Petkovic-Fehler dann das dritte zum 6:3-Satzgewinn.

Wie schon bei Angelique Kerber musste also auch im zweiten Einzel die Entscheidung im dritten Satz fallen. Petkovic spielte weiter mutig nahe an der Grundlinie – und wurde zunächst auch mit einem Break dafür belohnt.

Aber Stosur zeigte wieder Mal ihre Comeback-Qualitäten, als sie Petkovic ein Spiel lang dominierte. Nach ihrem Break zum 3:3 war alles wieder offen.

Entscheidung fällt erst im 21. Spiel

Da es beim Fed Cup im dritten Satz kein Tiebreak gibt, war beim Stand von 6:6 klar, dass es ein langer Abend werden könnte.

Für Petkovic war es eine besonders schwierige Situation, da sie durch ein Break gegen sich sofort das Match verlieren würde, Bei einem Break für sich aber noch ihr Service-Game würde durchbringen müssen.

Lange ging es zwischen beiden Spielerinnen hin und her, wobei Petkovic in zwei Spielen, die jeweils über die Zehn-Minuten-Marke hinaus gingen, mehrere Breakchancen hatte.

Die Entscheidung fiel dann im 21. Spiel. Ein Rückhand-Winner von Petkovic brachte ihr das Break zum 11:10, anschließend verwandelte sie gleich ihren ersten Matchball zum 6:4, 3:6, 12:10-Sieg.