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Paris - Der "König von Roland Garros" war er schon längst, doch nun hat Rafael Nadal auch weltweit Einzigartiges vollbracht.

Der Spanier gewann am Sonntagnachmittag in seinem zwölften Finale bei den French Open zum zwölften Mal den Titel, häufiger ist dergleichen noch keiner Spielerin und keinem Spieler bei einem Grand Slam gelungen. Bislang teilte sich Nadal diesen Rekord mit der Australierin Margaret Court: Sie war elfmal in Melbourne erfolgreich gewesen.

Überragendes Tennis in ersten zwei Sätzen

Um das Dutzend voll zu machen, musste Nadal (33) in der Neuauflage des Endspiels aus dem Vorjahr gegen Dominic Thiem (25) aus Österreich zunächst hart arbeiten. Erst mit einem furiosen Zwischenspurt im dritten Satz setzte er sich in einem bis dahin grandiosen Match zwischen der Nummer zwei und der Nummer vier der Welt ab.

Am Ende gewann er 6:3, 5:7, 6:1, 6:1 - nach 3:01 Stunden wurde ihm ein weiteres Mal der "Coupe de Mousquetaires" bereitgestellt. Im Vorjahr war ihm ein Dreisatz-Sieg gelungen.

In Roland Garros hat Nadal nun 93 Matches gewonnen - und nur zwei verloren. Seit 2005 ging der Pokal für den Turniersieger in Roland Garros nur dreimal nicht an ihn: 2009, als er im Achtelfinale an Robin Söderling (Schweden) scheiterte und Roger Federer (Schweiz) gewann; 2015, als er im Viertelfinale gegen Novak Djokovic (Serbien) ausschied und Stan Wawrinka (Schweiz) siegte; und 2016, als er zur dritten Runde wegen einer Verletzung nicht antreten konnte und der Titel an Djokovic ging.

Schneller Rückstand im dritten Satz

Mit seinem 18. Titel bei einem Grand Slam ist Nadal zudem bis auf zwei an Rekordsieger Federer (20) herangerückt. Seinen langjährigen Rivalen hatte er zuvor im Halbfinale besiegt. Ein Vorteil im Endspiel: Das Match am Freitag hatte nach 2:25 Stunden mit einem Sieg in drei Sätzen geendet.

Thiem aber schien zunächst kaum mitgenommen von seinem Fünfsatz-Marathon im Halbfinale gegen Djokovic, den er am Vortag nach 4:13 Stunden Spielzeit und erst 23 Stunden vor dem ersten Aufschlag im Finale gewonnen hatte.

Bis zum 4:3 im ersten Satz bewegte sich Thiem auf Augenhöhe mit dem ausgeruhten Nadal. Beide lieferten sich ein Duell auf höchstem Niveau, das Publikum war hingerissen. Thiem gelang das erste Break zum 3:2, Nadal glich postwendend aus, gewann aber auch die nächsten drei Spiele. Thiem fing sich wieder, hielt den zweiten Satz offen und nahm Nadal nach grandiosen Ballwechseln zum 7:5 den Aufschlag ab.

Der nächste Dämpfer für Thiem kam prompt: Von den ersten 17 Punkten im dritten Satz machte er nur einen - und lag innerhalb von 14 Minuten 0:4 zurück. Ab da war Nadal nicht mehr aufzuhalten.