Serena Williams ist mit einer konzentrierten Leistung ins Finale gezogen - Bildquelle: 2016 Getty ImagesSerena Williams ist mit einer konzentrierten Leistung ins Finale gezogen © 2016 Getty Images

London - Serena Williams fehlt nur noch ein Sieg, um die Grand-Slam-Bestmarke der deutschen Tennis-Ikone Steffi Graf zu egalisieren. Die 21-malige Majorsiegerin aus den USA ließ im Halbfinale von Wimbledon der russischen Außenseiterin Jelena Wesnina beim 6:2, 6:0 keine Chance. Im Endspiel am Samstag wartet voraussichtlich mehr Gegenwehr: Dann trifft Williams entweder auf ihre ältere Schwester Venus (USA/Nr. 8) oder Angelique Kerber (Kiel/Nr. 4).

"Heute war ich sehr fokussiert"

"Ich bin sehr glücklich, wieder im Finale zu stehen. Heute war ich sehr fokussiert", sagte Williams (34) Trotz des klaren Resultats sei es "nie einfach da draußen. Man muss immer um jeden Punkt kämpfen". Ein fünfter Sister Act im Endspiel von Wimbledon (nach 2002, 2003, 2008 und 2009) "wäre großartig. Ich will, dass Venus gewinnt, aber wenn es Kerber wird, dann wird es auch ein gutes Match", sagte Williams.

Die Titelverteidigerin spielt um ihren siebten Triumph im Londoner All England Club. In diesem Jahr hatte die Weltranglistenerste auch die Endspiele der Australian und French Open erreicht, in Melbourne jedoch gegen Kerber und in Paris gegen Garbine Muguruza aus Spanien verloren. Graf hatte in ihrer Karriere 22 Grand-Slam-Turniere und damit mehr als jede andere Spielerin in der Ära des Profitennis (seit 1968) gewonnen.

48 Minuten Spielzeit

Gegen Halbfinal-Debütantin Wesnina verwandelte Williams nach 48 einseitigen Minuten ihren ersten Matchball zum fünften Sieg im fünften Duell. Williams hatte auf ihrem Weg ins Finale in der dritten Runde Annika Beck (Bonn) souverän in zwei Sätzen ausgeschaltet, einzig in der zweiten Runde gegen ihre Landsfrau Christina McHale gab sie einen Satz ab. Nach Swetlana Kusnezowa im Achtel- und Anastasia Pawljtschenkowa im Viertelfinale warf sie Wesnina als dritte Russin nacheinander aus dem Turnier.

Probleme hatte die Ausnahme-Athletin dabei keine, vor allem beim Aufschlag überragte Williams. Elf Asse schlug sie im Halbfinale, im gesamten Turnierverlauf hat sie damit 61 auf dem Konto, Wesnina folgt in dieser Statistik mit 31 auf Platz zwei. Herzogin Kate, Ehefrau des potenzielles Thronfolgers Prinz William im englischen Königshaus, verfolgte das kurzweilige Spektakel in der Royal Box sichtlich amüsiert.