Herren 35 Weltmeister Möllers dominiert
Dabei war der Weltmeister der Herren 35 vom TC Bredeney lediglich an Position fünf gesetzt. Doch schon im Turnierverlauf wurde deutlich: Wer den Titel gewinnen wollte, musste an Möllers vorbei. Der 36-Jährige gab im gesamten Turnier keinen Satz ab. Mit großer Spielübersicht, variablen Schlägen und der Fähigkeit, das Spiel seiner Gegner früh zu lesen, nahm er auch den deutlich jüngeren und in der Deutschen Rangliste vor ihm platzierten Spielern immer wieder den Rhythmus.

Im Viertelfinale bezwang Möllers Jan Golenia mit 6:2, 6:4, im Halbfinale ließ er dem topgesetzten Patrick Michalski beim 6:1, 6:1 kaum eine Chance. Auch Just fand im Endspiel letztlich kein Mittel gegen den späteren Sieger.

Dass Möllers bei den Gastgebern Eindruck hinterließ, lag allerdings nicht nur an seinem Tennis. Nach seinem Viertelfinale blieb er am Sonnabend noch lange auf der Anlage, wohnte dem Vereinsabend bei und kam mit zahlreichen Mitgliedern ins Gespräch. Auch abseits des Platzes zeigte sich der spätere Turniersieger ausgesprochen angetan von der familiären Atmosphäre.

Fast wäre es im Endspiel sogar zum Duell zweier Routiniers gekommen. Der 42-jährige Julian Freudenreich, einer der ältesten Spieler des Feldes, verpasste den Finaleinzug nur knapp. Der Berliner von den Zehlendorfer Wespen, der mit seiner enormen Laufbereitschaft zur Marke Dauerläufer avancierte, musste sich Tom Just mit 1:6, 5:7 geschlagen geben. Besonders im zweiten Durchgang war Freudenreich dicht dran, die Partie noch in einen entscheidenden dritten Satz zu schicken.

Einheits Herren 40 Kapitän Zeihn hadert
Überhaupt zeigte das Herrenfeld schon ab der ersten Runde eine hohe Qualität. Für Lokalmatador Carsten Zeihn verlief der Auftakt dagegen enttäuschend. Gegen den erst 14-jährigen Oskar Koppmann vom TC Blau-Weiß Halle in Westfalen fand der Stendaler nie richtig zu seinem Spiel. Nach dem 3:6 im ersten Satz häuften sich im zweiten Durchgang die Fehler zunehmend. Am Ende stand ein deutliches 0:6 und damit das frühe Aus.
Zeihn machte aus seiner Enttäuschung anschließend keinen Hehl. „So sieht es aus, wenn man sein Spiel nicht auf den Platz bekommt. Ich habe mich einfach zu wenig bewegt und in den vergangenen Wochen kaum trainiert. Ich glaube, es war mein schlechtestes Spiel in den letzten zehn Jahren“, bilanzierte der Spieler des Stendaler Herren-40-Teams selbstkritisch.

Stachelroth souverän
Auch bei den Damen führte am Ende kein Weg an Antonia Stachelroth vorbei. Die Thüringerin, die bereits wenige Wochen zuvor das Turnier beim TC Rotehorn Magdeburg gewonnen hatte, blieb auch in Stendal ohne Satzverlust. Im Finale bezwang sie Stella Sandrock mit 6:2, 6:2.

Stachelroth überzeugte die Zuschauer im Tennispark vor allem mit ihrer aggressiven Topspin-Vorhand. Hinzu kommt eine im modernen Damentennis selten gewordene einhändige Rückhand. Immer wieder variierte sie ihr Spiel zudem mit Slice und stellte ihre Gegnerinnen damit vor unterschiedliche Aufgaben.

Stella Sandrock erreicht Finale

Für eine Überraschung hatte zuvor Stella Sandrock gesorgt. Die erst 16-jährige Sportgymnasiastin aus Magdeburg bezwang im Halbfinale die topgesetzte Lynn Heffter in einem wechselhaften Match mit 6:2, 0:6 und 10:4 im Match-Tiebreak. Für Sandrock war der Finaleinzug einer der bislang größten Erfolge ihrer jungen Laufbahn. Auch aus Sicht des Tennisverbandes Sachsen-Anhalt war das Abschneiden erfreulich: Turnierleiter Maximilian Pefestorff ist zugleich Geschäftsführer des TSA, Oberschiedsrichterin Nicole Leider Vizepräsidentin Jugendsport.

Zoé Leider belohnt sich
Grund zur Freude hatte der Ausrichter auch durch Zoé Leider. In der Hauptrunde musste sich die Stendalerin Mirja Weingärtner zwar mit 3:6, 4:6 geschlagen geben, hatte in der Partie aber durchaus ihre Möglichkeiten.
In der Nebenrunde belohnte sich Leider schließlich doch noch mit dem Turniersieg. Nach einem souveränen Erfolg im Halbfinale wartete im Endspiel Elma Giza. Dort bewies die Stendalerin Moral: Nach verlorenem ersten Satz drehte sie die Begegnung und setzte sich mit 2:6, 7:5 und 10:4 im Match-Tiebreak durch.

Lob für die Atmosphäre
Neben den sportlichen Leistungen prägte vor allem die familiäre Atmosphäre die 25. Auflage. Am Sonnabend verband sich der Vereinsabend mit den Viertelfinalspielen der Herren. Spieler blieben nach ihren Begegnungen auf der Anlage, Vereinsmitglieder verfolgten die Matches und kamen mit den Teilnehmern ins Gespräch.
„Ein schöneres Wochenende hätten wir uns kaum vorstellen können. Tolle Turnieratmosphäre, gutes Wetter und starke Spielerinnen und Spieler“, zog Pefestorff ein positives Fazit. Besonders gefreut habe das Organisationsteam, dass zahlreiche Teilnehmer die familiäre Atmosphäre und die Organisation ausdrücklich lobten. „Wir haben von Spielern auch gehört, dass Turniere dieser Kategorie längst nicht überall so organisiert werden wie hier in Stendal. Das ist für unser gesamtes Team natürlich ein schönes Kompliment.“

Am Finalsonntag war auch das Autohaus Weller mit Filialleiter Tino Zachhuber und Hannes Tietz auf der Anlage vertreten. Zachhuber zeigte sich ebenfalls angetan vom Verlauf des Turniers und insbesondere von der sportlichen Qualität des Teilnehmerfeldes.

Für das Organisationsteam um Maximilian Pefestorff, Nicole Leider und Denis Schakat endeten damit drei intensive Turniertage mit einem rundum positiven Fazit. Der Blick richtet sich deshalb bereits wieder nach vorn: Die nächsten Weller Altmark Open können kommen.

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