„Das gesamte Teilnehmerfeld konnte sich wahrlich sehen lassen, was man vorab zwar erhoffen, aber so nicht sicher erwarten durfte, da ein Turnierneustart in ganz Deutschland schon auch mit gewissen Unsicherheiten und Risiken verbunden ist“, so Matthias Carius, einer der Verantwortlichen für den Sport im Tennisclub Wernigerode und zugleich Turnierdirektor. „Dass gleich 18 der insgesamt 22 anreisenden Junioren bereits in der deutschen Herren-Rangliste gelistet waren, allein die ersten acht Spieler bereits unter den Top 200 der deutschen Herren platziert sind – und dass als Sechzehn- bis Achtzehnjährige, ist schon stark!“ Alle gemeldeten Spieler trainieren mehrmals täglich, meist in bundesdeutschen Leistungszentren oder im Ausland und streben eine große Kariere im Tennissport an, weshalb auch der Deutsche-Tennis-Bund zurecht enorme Zukunftshoffnungen mit ihnen verbindet.
Dass dem als Nachfolgeturnier des über viele Jahre erfolgreichen Herren-Tennisturniers, den Harzer-Volksbank-Open, so ein guter Start geglückt ist, liegt sicherlich auch am sehr guten Image, das man sich im Tennisclub, was Leistungssport, Nachwuchsförderung oder eben Turnierveranstaltungen betrifft, über viele Jahre erarbeitet hat – und dies über die Landesgrenzen hinaus. „Zusammen mit einem frischen Team, einem erweiterten Präsidium, vielen neuen Ideen und jeder Menge Engagement ist es uns gelungen, ein würdiges Nachfolgeformat für unsere so beliebten ‚Harzer-Volksbank-Open‘ zu schaffen, worauf wir mächtig stolz sind. So genügen wir unserem eigenen Anspruch und sind zugleich weiterhin ein verlässlicher Partner für die Sportentwicklung in unserem Land, in unserem Tennisverband, was uns wichtig ist.“, resümiert auch Michael Baumgarten, 1. Präsident des Tennisclubs. „Unserem eigenen Tennisnachwuchs sowohl Vergleichs-, Spiel- und Erlebnismöglichkeiten zu schaffen, ist dabei weiterhin der Hauptantrieb für die entstandene Juniorenturnierserie. Neben den beiden Junioren-Open im Sommer wie Winter für viele Altersklassen, sollte das neue u21-Format, mit der höchsten deutschen Turnierkategorie N-1, gezielt den nationalen Spitzenbereich im Tennis ansprechen und damit einen weiteren Stern in der Tennislandschaft Ostdeutschlands etablieren.“, so Carius erneut zu den Grundgedanken, der mittlerweile drei starke Juniorenturniere umfassenden, ‚Harzer-Volksbank-Turnierserie‘.
Und so gab es an allen drei Turniertagen durchgängig fantastisches Spitzentennis zu sehen. Nicht ganz unerwartet standen sich am Ende mit Jonathan Dazert, der Nr. 3 der Setzliste, und Henri Haupt, der Nr. 4 der Setzliste, zwei Spieler aus dem Feld der insgeheimen Turnierfavoriten im Finale gegenüber. Und was die deutsche Nr. 189 und Nr. 204 der deutschen Herrenrangliste boten, war ganz großer Sport. Beide verteilten gerade im ersten Satz keinerlei Geschenke, mussten um jeden Punkt hart kämpfen und ihr jeweils bestes Tennis abrufen. Beide Spieler überzeugten mit ihrer im ganzen Turnier gezeigten enormen Konstanz und Variabilität in allen Schlägen. Am Ende sorgten Kleinigkeiten dafür, dass Haupt mit 7:5 Satz Eins glücklich für sich entscheiden konnte, was seinem Gegenüber dann im zweiten Satz sichtlich den Nerv zog. Der ältere von beiden und sicherlich auch ausgestattet mit einer größeren Erfahrung in Endspielen, ließ dann nichts mehr anbrennen. Dazert, immerhin die Nr. 23 der deutschen u18, blieb zwar bis zum Schluss aggressiv und bissig und versuchte mit seinem harten und mit Leidenschaft und Intensität geführten Grundlinienspiel den mittlerweile in Monaco lebenden und trainierenden Bayern aus seinem Rhythmus zu bringen – aber Haupt ließ sich nicht mehr von der Siegerstraße abbringen und holte sich Satz Zwei glatt mit 6:0 und damit den Turniersieg.
Zuvor sicherten sich, ebenfalls in einem hochklassigen Match die beiden nationalen Toptalente Lucas Ariel Herrera Sànchez und Daniel Czarnecki durch einen 6:3, 7:6 Erfolg den Doppeltitel gegen die deutsch-ukrainische Paarung Luis Baumgardt und Ihor Malakov.
„Ein fantastisches Jugendturnier, was man so in Deutschland eher selten findet!“, so viele Spieler und auch zahlreichen Gäste während der ganzen Turniertage – ein Lob, welches die Verantwortlichen im kleinen Tennisclub natürlich gern hören und die viele ehrenamtliche Arbeit im Vorfeld eines solchen Sportevents enorm wertschätzt. „Und deshalb kann man eigentlich nur mit der Idee und dem Grundgedanken hinter diesem Turnier glücklich sein“, meinen auch Tobias Mahrholz und Diana Zimper, die beide maßgeblich für die strategische Vereins- und Jugendentwicklung im Club verantwortlich sind, mehr als zufrieden.
Dass diese Idee so leben, so umgesetzt werden kann, liegt aber vor allem auch an den zahlreichen, kleinen wie großen Mitstreitern, Sponsoren, Unterstützern dieser Idee, ohne die und deren Beiträge ein solches Turnier schlichtweg nicht möglich wäre. Allem voran der Harzer Volksbank, dem Namensgeber des Turniers und der Turnierserie, den Stadtwerken Wernigerode und dem Tennisverband Sachsen-Anhalt, gilt daher entsprechend ein besonders großer Dank für ihre seit Jahren verlässliche Unterstützung.
Schon jetzt freut sich der Tennisclub Wernigerode auf die Neuauflage im kommenden Jahr, dann vielleicht für Deutschlands beste Tennisspielerinnen im Nachwuchsbereich.