Für den Titelverteidiger geht es am heimischen Zeißbogen dabei um weit mehr als den Derbysieg: Bredeney hat weiterhin die Chance auf die Deutsche Meisterschaft – ist im Fernduell mit Tabellenführer Rosenheim aber auf Schützenhilfe aus Mannheim angewiesen.

Wenn am Sonntag, 9. August, um 11 Uhr die ersten Bälle gespielt werden, lohnt sich für Bredeney deshalb auch der Blick auf die rund 300 Kilometer entfernte Anlage des TK Grün-Weiss Mannheim. Dort tritt zeitgleich Spitzenreiter Team Marc O’Polo Rosenheim an. Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag: Rosenheim führt die Tabelle mit 15:1 Punkten vor Bredeney mit 13:3 Punkten an. Bei den Matchpunkten liegt Rosenheim mit 33:15 ebenfalls knapp vor den Essenern (32:16).

Bredeney hält Titelchance am Leben

Dass die Meisterschaft überhaupt bis zum letzten Spieltag offenbleibt, hat Bredeney seinem 4:2-Heimsieg gegen Grün-Weiss Mannheim am Freitag zu verdanken. Nach einem 2:2 in den Einzeln entschieden die Essener beide Doppel für sich. Oscar Otte und Benjamin Hassan hatten zuvor die Einzelpunkte geholt, anschließend sorgten Otte/Mats Moraing sowie Guy den Ouden/Hassan für die Entscheidung. Rosenheim gab sich allerdings ebenfalls keine Blöße und gewann sein Heimspiel gegen den Kölner THC Stadion Rot-Weiss mit 5:1. Damit geht der weiterhin ungeschlagene Tabellenführer mit zwei Punkten Vorsprung in das Saisonfinale.

Für Bredeney ist die Aufgabe auf dem eigenen Platz gegen Neuss gleichzeitig alles andere als eine Formsache. Die Gäste wollen nach der deutlichen 1:5-Heimniederlage gegen Kurhaus Lambertz Aachen am Freitag die Saison mit einem Erfolg im TVN-Derby beenden. Mit 8:8 Punkten und 24:24 Matchpunkten steht Blau-Weiss vor dem letzten Spieltag auf Tabellenplatz sieben. 

So kann Bredeney noch Deutscher Meister werden

Die Rechnung für das Fernduell ist trotz des Zwei-Punkte-Rückstands erstaunlich einfach: Bredeney muss Neuss schlagen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Rosenheim in Mannheim verliert. Dann würden beide Mannschaften die Saison mit 15:3 Tabellenpunkten beenden. In diesem Fall kämen  die über die Saison gewonnenen und verlorenen einzelnen Matches ins Spiel: Bei gleicher Tabellenpunktdifferenz entscheidet zunächst die Differenz aus gewonnenen und verlorenen Matchpunkten.

Und genau hier liegt die Besonderheit der Ausgangslage: Jede Kombination aus einem Bredeneyer Sieg und einer Rosenheimer Niederlage reicht den Essenern zur Meisterschaft. Selbst im knappstmöglichen Fall – Bredeney gewinnt 4:2 gegen Neuss und Rosenheim verliert 2:4 in Mannheim – käme Bredeney auf 36:18 Matchpunkte und damit auf eine Differenz von +18. Rosenheim stünde bei 35:19 und einer Differenz von +16. Bei deutlicheren Ergebnissen würde sich der Abstand zugunsten Bredeneys nur noch weiter vergrößern.

Damit sind die Szenarien klar: Gewinnt Bredeney und verliert Rosenheim, verteidigt der TC Bredeney seinen Deutschen Meistertitel von 2025. Holt Rosenheim in Mannheim dagegen mindestens ein 3:3, ist dem Tabellenführer die Meisterschaft unabhängig vom Ausgang des TVN-Derbys nicht mehr zu nehmen. Gleiches gilt, wenn Bredeney gegen Neuss nicht gewinnt. Für den Titelverteidiger heißt es am Sonntag deshalb zunächst, die eigene Aufgabe am Zeißbogen zu lösen. Erst danach entscheidet sich, ob aus einem erfolgreichen Saisonabschluss im TVN-Derby tatsächlich noch die dritte Deutsche Meisterschaft nach 2023 und 2025 wird.

 

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