Neuss bringt prominent besetzte Mannschaft ins Ziel
Mehr als 1100 Zuschauer erlebten an der Neusser Jahnstraße eine für Blau-Weiss richtungsweisende Begegnung. Nach dem Remis gegen Mannheim und den Niederlagen in Rosenheim und Gladbach benötigte der Rekordmeister gegen den ebenfalls noch sieglosen Aufsteiger aus Berlin dringend den ersten Erfolg.
Dafür bot Neuss seine bisher prominenteste Mannschaft der Saison auf. Mit Valentin Vacherot und Arthur Rinderknech standen zwei Spieler aus den Top 30 der Weltrangliste und zugleich erstmals die beiden Cousins gemeinsam für Blau-Weiss auf dem Platz. Dass ihr Einsatz tatsächlich zustande kam, entschied sich erst kurzfristig. Vacherot und Rinderknech waren am Freitag im Viertelfinale des ATP-Turniers in Gstaad ausgeschieden. Ihre anschließende Reise von Genf nach Deutschland verzögerte sich durch die Wetterlage erheblich; zeitweise drohte sogar eine Umleitung des Fluges. Erst am späten Samstagabend erreichten beide Neuss.
Vacherot ließ sich die Reisestrapazen in seinem ersten Bundesligaeinsatz des Jahres kaum anmerken. Gegen Daniel Masur gewann er das Spitzeneinzel mit 6:3, 6:2. Rinderknech fand gegen Imanol Lopez Morillo dagegen nicht dauerhaft zu seinem Spiel. Der Berliner, der in der Weltrangliste weit außerhalb der Top 500 geführt wurde, nutzte seine Chance und setzte sich mit 4:6, 6:4, 10:8 durch.
Auf Dalibor Svrcina und Otto Virtanen war aus Neusser Sicht Verlass. Svrcina bezwang Benito Jaron Sanchez Martinez, der an den ersten drei Spieltagen noch ungeschlagen geblieben war, mit 6:4, 6:2. Virtanen gewann gegen Markus Malaszszak ebenfalls in zwei Sätzen. Damit führte Neuss nach den Einzeln mit 3:1.
Entschieden war die Begegnung dennoch nicht. Rinderknech und Harold Mayot unterlagen Masur und Sanchez Martinez deutlich mit 4:6, 2:6. Den vierten Neusser Punkt holten schließlich Ryan Seggerman und Patrik Trhac. Bei ihrem ersten gemeinsamen Einsatz für Blau-Weiss besiegten die beiden Doppel-Spezialisten Lopez Morillo und Malaszszak mit 6:3, 6:4, sicherten damit den 4:2-Heimerfolg und bestätigten die Strategie in der diesjährigen Neusser Kaderplanung, die Doppelstärke im Team zu erhöhen. Nach dem Erfolg steht Neuss bei 3:5 Punkten und hat den Anschluss an das Tabellenmittelfeld wiederhergestellt.