Was vor der Saison vor allem nach einer Absicherung des Klassenerhalts klang, entwickelte sich für den TK Grün-Weiss Mannheim zu einer bemerkenswert erfolgreichen Bundesliga-Spielzeit. Nach neun Spieltagen steht der badische Traditionsverein auf dem dritten Tabellenplatz der Tennis-Bundesliga der Herren. Mit vier Siegen, drei Unentschieden und lediglich zwei Niederlagen sammelte Grün-Weiss 11:7 Tabellenpunkte und musste sich damit nur dem Deutschen Meister Team Marc O’Polo Rosenheim und Vizemeister TC Bredeney geschlagen geben.

Dabei war diese Platzierung zu Saisonbeginn keineswegs selbstverständlich. Nach einer schwierigen Spielzeit im Vorjahr, in der Mannheim erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt sichern konnte, hatte der Verein für die neue Saison zunächst kleinere Ziele ausgegeben. „Unser erstes Ziel ist es, früh Punkte zu holen und möglichst schnell Ruhe in Sachen Klassenerhalt zu haben. Alles, was danach kommt ist Bonus“, hatte Gerald Marzenell vor dem Saisonstart erklärt. Gleichzeitig hielten die Mannheimer an ihrem langfristigen Konzept fest und setzten weiterhin auf eine Mischung aus internationaler Klasse und jungen, entwicklungsfähigen Spielern.

Remis zum Start in eine ausgeglichene Saison

Der Auftakt in die 48. Bundesliga-Saison des Rekordmeisters verlief mit einem 3:3 beim Tennis Ewige Liebe Blau-Weiss Neuss zunächst ausgeglichen. Nach den Einzeln lag Mannheim mit 1:3 zurück, ehe die Mannschaft mit zwei gewonnenen Doppeln noch ein Unentschieden mitnehmen konnte.

Auch am zweiten Spieltag blieb Grün-Weiss ohne Sieg und musste sich dem TC Großhesselohe mit 2:4 geschlagen geben. Die Reaktion folgte jedoch prompt: Im zweiten Heimspiel der Saison bezwangen die Mannheimer den Kölner THC mit 4:2 und verbuchten damit den ersten Saisonsieg.

Vom Außenseiter zum Titelkandidaten

Mit dem 3:3 beim Badwerk Gladbacher HTC am vierten Spieltag sicherte sich Mannheim ein weiteres Remis im Titelkampf. Besonders bemerkenswert war dabei die personelle Situation der Gladbacher. Aufgrund kurzfristiger Absagen musste der GHTC mit lediglich vier Spielern antreten. Mannheim stellte unter anderem die deutschen Nachwuchsspieler Max Rehberg, Max Schönhaus und Niels McDonald auf.

In den folgenden Wochen nahm die Saison für Grün-Weiss richtig Fahrt auf. Gegen den TC SSC Berlin gelang ein deutlicher 5:1-Erfolg und auch beim TC Augsburg Siebentisch konnten die Mannheimer mit 5:1 gewinnen. Direkt im Anschluss setzte Mannheim ein weiteres Ausrufezeichen: Auf den Sieg in Augsburg folgte ein weiteres souveränes 5:1 gegen Kurhaus Lambertz Aachen. Damit rückte Mannheim endgültig in den Kreis der Titelanwärter.

Saisonfinale gegen den neuen Deutschen Meister

Vor dem letzten Spieltag war die Ausgangslage an der Tabellenspitze noch einmal besonders spannend. Rosenheim führte mit 15:1 Punkten vor dem TC Bredeney mit 13:3. Mannheim lag zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in Reichweite des Spitzenduos und empfing am letzten Spieltag den Tabellenführer aus Rosenheim.

Damit wurde das Saisonfinale in Mannheim zum Schauplatz der Deutschen Meisterschaft. Am Ende trennten sich Mannheim und Rosenheim mit 3:3. Damit blieb der Tabellenführer ungeschlagen und sicherte sich erstmals in der Vereinsgeschichte die Deutsche Meisterschaft. Mannheim wiederum konnte mit dem Remis den dritten Tabellenplatz verteidigen.

Dritter Platz als Lohn für eine starke Saison

Mit 11:7 Tabellenpunkten, 32:22 Matchpunkten und 76:51 Sätzen beendet Grün-Weiss Mannheim die Saison auf Rang drei. Hinter dem neuen Deutschen Meister Rosenheim und dem TC Bredeney gehört der Rekordmeister damit zu den Topmannschaften Deutschlands.

Das Ergebnis ist umso bemerkenswerter, wenn man die Ausgangslage betrachtet. Nach dem schwierigen Vorjahr war das erklärte Ziel zunächst der möglichst schnelle Klassenerhalt. Stattdessen entwickelte sich Grün-Weiss im Laufe der Saison zu einem echten Spitzenteam und mischte zeitweise sogar im Rennen um die Deutsche Meisterschaft mit. Vor allem die erfolgreiche zweite Saisonhälfte mit Siegen gegen Berlin, Augsburg und Aachen brachte Mannheim in eine Position, aus der heraus sogar der Titel wieder in Reichweite geriet. Nach einem Jahr, das eigentlich mit dem Ziel Klassenerhalt begonnen hatte, steht so am Ende der dritte Platz der deutschen Bundesliga.

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