Wie oft Herbert Althaus an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen hat, kann er nicht sagen, wie oft er dort gewonnen hat, genauso wenig. Eins steht jedoch fest: Der gebürtige Rheinländer gehört zu den erfolgreichsten deutschen Seniorenspielern aller Zeiten. Der aktuelle Weltranglistenzweite, der in diesem Jahr runden Geburtstag feiert, hat unzählige Pokale gewonnen und den halben Globus bereist. Und das trotz spätem Karriere-Start.

Schon Udo Jürgens trällerte: „Mit 66 Jahren fängt das Leben an.“ Ähnlich war es auch bei Althaus. Erst im Rentenalter startetet der Hamburg-Harburger national und international richtig durch. Während seines Berufslebens beschränkte er sich lediglich auf Medenspiele, wo er unter anderem beim Grossflottbeker THGC, einem Verein in Hamburg, in der Regionalliga spielte.

Feuer für Tennis fing Althaus aber schon wesentlich früher. Mit 18 Jahren gelang ihm dank zweier Bürgen der Einstieg in dem damals eigentlich nur für elitäre Kreise zugängliche ETUF Essen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Schlaflose Nächte durchlebte er, bevor er dort den Platz betreten durfte.

Eine ebenso große Leidenschaft hat Althaus für seine Frau, die ihm seit 53 Jahren nicht von der Seite weicht. Ilona, die passenderweise 20 Jahre jünger ist als ihr Mann, jettet zwischen Mai und Oktober mit ihrem Herbert um die Welt. Sie hält ihm den Rücken frei, wenn das Telefon mal wieder klingelt und er auf dem Platz steht. Und ganz wichtig: Jeden Tag reicht sie ihrem Gatten Apfelschnitzer, denn Althaus Devise lautet: „An apple a day keeps the doctor away.“

In dieser Hinsicht hat Althaus wenig zu klagen. Alle Gelenke sind echt, Körper und Geist entsprechen die eines maximal 60-Jährigen. „Ich habe gute Gene“, sagt er. Sein Vater war 1928 Olympiateilnehmer in Amsterdam in der Disziplin über 800 Meter. „Als Rentner hat er dann mit Langstreckenläufen angefangen und hält bis heute den Rekord im 10.000 Meter-Lauf bei den Herren über 90“, sagt Althaus nicht ohne Stolz. Er sei nie krank gewesen und habe seinen Sport bis zum letzten Atemzug ausgeübt. Das wünscht sich Althaus für sich auch.

Aber nicht nur die Gene sind entscheidend. Eine Langzeitstudie in Dänemark belegt, dass Tennis Lebenserwartung um rund 10 Jahre verlängert. Das sind gute Aussichten für das Seniorentennis. Es gibt also realistische Hoffnung auf eine U100-Konkurrenz in 2034. Auch wenn Althaus so weit nicht in die Zukunft blicken möchte, schließt er eine Teilnahme nicht aus. Wir würden uns darüber sehr freuen.

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