Was bedeutet der Preis Ihrem Verein und was Ihnen ganz persönlich?

Diese Auszeichnung ist für die Zehlendorfer Wespen eine große Ehre und eine starke Bestätigung unseres Weges. Sie zeigt uns, dass das, was für uns im Vereinsalltag selbstverständlich ist, auch über den Verein hinaus wahrgenommen und geschätzt wird. Ganz persönlich macht mich der Preis stolz, weil er das Engagement vieler Menschen würdigt: der Trainerinnen und Trainer, der Ehrenamtlichen, der Mitarbeitenden und natürlich der Spielerinnen und Spieler. Er motiviert uns, diesen Weg weiterzugehen und Inklusion nicht als Projekt, sondern als festen Bestandteil unserer Vereinsidentität zu leben.

Wann fingen die Wespen an, inklusiv zu werden und warum? 

Das Thema Rollstuhltennis bei den Zehlendorfer Wespen – und sicherlich auch in Deutschland – ist sehr eng mit dem Namen Beate Loddenkemper verbunden. Sie war es, die zu Beginn der 90er Jahre die Rollstuhltennis-Abteilung bei den Wespen gründete und seitdem konsequent gefördert hat. Das führte letztlich auch zu den 2011 erstmals bei uns ausgetragenen German Open, dem größten deutschen Rollstuhltennis-Turnier. Für ihr Engagement wurde das Ehrenmitglied der Zehlendorfer Wespen bereits 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2022 ist Beate Loddenkemper verstorben, seither wird bei den German Open um die „Beate Loddenkemper Trophy“ gespielt. Rollstuhltennis ist dank Beate integraler Bestandteil des Vereinslebens, beim Neubau unserer Anlage 1999 wurden „Haus und Hof“ komplett rollstuhlgerecht gestaltet. Ein wichtiger Punkt der Vereinspolitik war und ist die Qualität der Trainer. Im Durchschnitt sind fünf Trainer mit den verschiedenen Gruppen beschäftigt und garantieren Leistungstraining und Breitensport gleichermaßen.

Euer Verein engagiert sich auch im Leistungsbereich Rollstuhltennis und unterstützt einige Nationalspieler:innen. Warum ist euch dieses Engagement wichtig?

Leistungssport und Inklusion schließen sich für uns nicht aus – im Gegenteil. Wir wollen ambitionierten Rollstuhltennisspielerinnen und -spielern die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten bieten wie allen anderen auch. Die Unterstützung von Nationalspieler:innen zeigt, welches sportliche Niveau im Rollstuhltennis möglich ist, und wirkt gleichzeitig als Inspiration für den Nachwuchs. Zudem tragen diese Athletinnen und Athleten als Vorbilder dazu bei, Sichtbarkeit und Anerkennung für den Rollstuhltennissport insgesamt zu schaffen.

Im letzten Jahr habt ihr die „German Open Wheelchair Tennis“ ausgerichtet. Wie hat sich das Event seit der Premierenveranstaltung vor 35 Jahren entwickelt?

Die German Open werden seit 1988 ausgetragen und finden seit 2011 bei uns in Berlin statt. Seit der Premierenveranstaltung vor 35 Jahren haben sich die German Open Wheelchair Tennis enorm weiterentwickelt, seit 2015 werden sie als „IT2-Turnier“ausgetragen, was für einen weiteren Zuwachs an Topspieler:innen geführt hat. Aus einem vergleichsweise kleinen Turnier ist das größte und renommierteste Rollstuhltennis-Turnier Deutschlands geworden.

Die Professionalität, die internationale Besetzung und die mediale Aufmerksamkeit sind stetig gewachsen. Gleichzeitig ist der familiäre Charakter erhalten geblieben. Für unsere Mitglieder ist es ein Highlight im jährlichen Kalender, bei dem viele Freiwillige gerne in der Organisation oder z. B. als Ballkinder helfen.

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