Die Disziplin „Para Standing Tennis“ zog erst 2025 neu in die deutsche Tennislandschaft ein. Als Gegenentwurf bzw. als Ergänzung zum etablierten Rollstuhltennis richtet sich die Sportart an Menschen mit körperlicher Behinderung, die sich stehend laufend oder rennend über den Platz bewegen.

„Auch wenn ich die Sportart sensationell finde, kam für mich nie in Frage, Tennis im Sportrollstuhl zu spielen. Ich laufe ja auch im Alltag mit Prothese“, sagte einer der Teilnehmenden, Olaf Hänsel, der sein rechtes Bein verlor und seinen Weg mit Sportprothese auf den Tennisplatz fand. „Das Trainingswochenende in Starnberg hat mir wahnsinnig viel Energie gegeben – die perfekte Mischung aus intensivem Training und wahnsinnig viel Spaß in einer tollen Community“, resümiert der Marburger.

Unter den 18 Teilnehmenden am Trainingswochenende fanden sich die unterschiedlichsten Behinderungen, einige hatten eine Amputation an den Beinen, andere halbseitige Lähmungen oder neurologische Erkrankungen, die die Muskeln und somit das Gangbild beeinflussen. In der Vergangenheit bewegten sich alle von ihnen in der regulären Tenniswelt. 

Dementsprechend war der Austausch mit anderen Menschen aus der Welt des Para Standing Tennis für sie neu. „Tennis ist mein Leben. Seit ich klein bin, jeden Tag, ob als Spielerin oder als Trainerin. So viele andere Menschen zu treffen, die auch mit körperlichen Einschränkungen diese Leidenschaft teilen, inspiriert mich total“, sagte die 50-jährige Ekaterina Strauß.

Olaf Hänsel reiste aus Marburg zum Trainingswochenende in Starnberg

 

Auch Niklas Höfken, Organisator des Trainingswochenendes und Projektkoordinator der Gold-Kraemer-Stiftung, zeigte sich zufrieden: „Mit der Einführung von Para Standing Tennis kommen wir einem Kerngedanken von Inklusion einen erheblichen Schritt näher: Selbstbestimmung. Durch dieses Angebot erhalten Menschen mit körperlicher Behinderung nun die Freiheit, sich zu entscheiden, ob sie im Sportrollstuhl oder laufend, behinderungsspezifisch oder inklusiv spielen und trainieren wollen. Da steckt noch ganz viel Potenzial drin!“

 

Nachdem das Trainingscamp in Starnberg so gut angenommen wurde, steht fest, dass das Engagement auch im kommenden Jahr wachsen soll. Dazu sollen regelmäßigere Trainingsgelegenheiten im Bundesgebiet arrangiert und vielleicht sogar Turniere auf deutschem Boden organisiert werden. Die Organisatoren sind sich sicher: Die neue Disziplin Para Standing Tennis wird in Deutschland weiterhin wachsen.

18 Teilnehmende kamen am 6. & 7. Dezember in Starnberg zum Para-Standing-Tennis-Trainingswochenende zusammen
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