Bis Mitte Dezember hatten Vereine aus ganz Deutschland Zeit, sich um den Titel „Inklusionsverein des Jahres“ zu bewerben. Gesucht wurden Tennisvereine, die die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung fördern, inklusive Trainings- und Wettkampfangebote anbieten und damit zu einem gelungenen inklusiven Vereinsleben beitragen.

„In diesem Jahr gingen erstaunlich viele Bewerbungen bei uns ein“, freut sich DTB Vizepräsident Dr. Sebastian Projahn über die positive Resonanz. „Denn allesamt leisten einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen im Tennissport“, so Dr. Projahn weiter. Nach eingehender Prüfung aller Bewerbungen mit Hilfe eines umfangreichen Kriterienkataloges schafften es schließlich vier Vereine in die engere Auswahl. Das langjährige inklusive Konzept des Löhner Tennisclub Rot-Weiß des Westfälischen Tennis-Verbandes (WTV) überzeugte die Fachjury bestehend aus Dr. Sebastian Projahn, Dr. Volker Anneken (Gold-Kraemer-Stiftung), Niklas Höfken (Bundestrainer Rollstuhltennis/Gold-Kraemer-Stiftung), Fabienne Bretz (DTB) sowie Britta Wend (Rollstuhltennisspielerin aus der Nationalmannschaft) schließlich auf ganzer Linie.

„Wir gratulieren dem Löhner Tennisclub Rot-Weiß, der durch sein herausragendes Engagement Inklusion in der Gesamtstruktur nachhaltig umsetzt und weit über die Grenzen des eigenen Vereins hinaus zeigt, wie Inklusion gelebt und funktionieren kann“, begründete DTB Vizepräsident Robert Hampe bei der Preisverleihung im Rahmen des WTV Jugendforum im SportCentrum Kaiserau in Kamen die Entscheidung.

„Die Auszeichnung ist eine wichtige Anerkennung unserer langjährigen Arbeit"

Den Preis nahm der sichtlich gerührte 1. Vereinsvorsitzende Friedrich Schwagmeier freudig entgegen. „Diese Auszeichnung ist eine sehr wichtige Anerkennung unserer langjährigen Arbeit im Bereich der Inklusion“, bedankte sich der 54-Jährige bei den Verantwortlichen und sagte weiter: „Im Löhner TC wurde bereits inklusiv gearbeitet, bevor sich Blinden- und Sehbehindertentennis 2016 in Deutschland etabliert hat.“

Seit 2017 richtet der Löhner TC mit einem großen Team an ehrenamtlichen Helfer:innen die jährlichen Nationalen Meisterschaften im Blinden- und Sehbehindertentennis aus. Sowohl im Trainer:innen-Team als auch im Vorstand arbeiten Menschen mit Behinderung. „Wir wollen niemanden ausschließen und dadurch werden immer mehr „Betroffene“ integriert“, so Schwagmeier, dessen Verein über ein großes Kooperations- und Partnernetzwerk verfügt und sich deutschlandweit bei inklusiven Tennisveranstaltungen, wie zum Beispiel beim Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Workshop in Köln, engagiert.

Auch international hat der Verein mit Charlotte Schwagmeier im Bereich Blinden- und Sehbehindertentennis ein erfolgreiches Aushängeschild. Die Tochter des Vereinsvorsitzenden und selbst Mitglied im Vorstand, spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Tennis und holte sich im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge den Weltmeisterschaftstitel im Blinden- und Sehbehindertentennis.

Interessant zu wissen:

Der Löhner Tennisclub Rot-Weiß e.V. wurde 1961 gegründet. Er bietet Tennis für Anfänger:innen, über Freizeitsportler:innen, bis zu ambitionierten Mannschaftsspieler:innen. Dabei stehen immer das Miteinander der Mitglieder und die Freude am Tennissport im

Vordergrund. Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie seit vielen Jahren der Inklusion im Tennis. Der Verein liegt im ländlichen Raum Ostwestfalen und hat rund 300 Mitglieder, davon nahezu 100 unter 18 Jahren.

Die Preisverleihung "Inklusionsverein des Jahres 2023"

© WTV

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