Etwas mehr als ein Jahr bin ich mittlerweile im Amt als Chef-Bundestrainer der Damen beim DTB. Und ich kann sagen: Es war ein interessantes und sehr tolles Jahr für mich. Der erste große Einblick, den ich bekommen habe, war im Januar 2025. Bei den Australian Open in Melbourne war ich vor Ort und habe miterlebt, wie Eva Lys drei Runden im Hauptfeld als Lucky Loserin gewonnen. Sie hat so super gespielt, das war mega. 

Vor meinem Amt als Chef-Bundestrainer war ich ausschließlich in der Einzelbetreuung aktiv. Deshalb zählte zu meinen Aufgaben, den Switch zur Teambetreuung zu finden und alle Spielerinnen und auch deren Teams kennenzulernen. Denn in meinem Job geht es auch darum, Teams und Trainern zu helfen, sie zu befruchten, sodass alles funktioniert. 

Wie kann man sich also mein vergangenes Jahr vorstellen? Ich war unterstützend bei allen Grand Slam-Turnieren und großen Turnieren dabei, habe Lehrgänge an den DTB-Stützpunkten gemacht und Spielerinnen in ihren Trainingssessions besucht. Denn was ganz wichtig ist: Nähe aufbauen. 

Mein Plan, alle kennenzulernen, ist aufgegangen. Ich bin der Meinung, dass wir tolle Talente in Deutschland haben, viele wirklich gute junge Spielerinnen, die das Potenzial haben, nach vorne zu kommen. Aber natürlich müssen sie weiter ihre Hausaufgaben machen und diszipliniert trainieren. Ich bin sehr happy mit meinem Job und freue mich umso mehr, dass eine weitere Aufgabe hinzugekommen ist. 

Denn seit knapp einer Woche bin ich nun auch der neue Billie Jean King Cup-Kapitän. Schon in Ismaning im November bei den Play-Offs habe ich das Team begleitet. Da war Rainer Schüttler noch im Amt, der über sechs Jahre einen tollen Job gemacht hat. Als ich gehört habe, dass er aufhört, habe ich dem Verband schnell signalisiert, dass ich das gerne machen würde. Deshalb freue ich mich, dass der DTB mir das Vertrauen schenkt. Für mich ist es ehrlicherweise auch kein neuer Job, sondern eher eine Erweiterung meines bisherigen.

Dass ich in meiner Vergangenheit vorwiegend im Einzelsport gearbeitet habe, habe ich schon erwähnt. Aber eben deshalb freue ich mich nun umso mehr auf den Teamgeist. Denn in so einem großen Team habe ich noch nie gearbeitet. Aber ich bin ja auch nicht allein: Jasmin Wöhr ist mein Co-Captain. Sie hat als Spielerin Fed Cup-Erfahrung (heute Billie Jean King Cup) gesammelt, ist schon lange dabei und betreut bereits viele Mädels. Wir verstehen uns auch sehr gut – also eine sehr runde Geschichte.

 

 

Unser Plan? Mit guter Kommunikation, festen Abläufen, einer tollen Mannschaft und einer Menge Teamgeist Energie zu sammeln und den Wiederaufstieg hinzubekommen. Dabei ist vermutlich die erste große Herausforderung, das Team zu formen und eine gute Chemie zwischen den jungen sowie den erfahrenen Spielerinnen herzustellen. Auch der Modus, der uns ab April erwarten wird, ist keine leichte Aufgabe. Man hat viele Spiele, muss in einer Vierer-Gruppe gewinnen und dann noch ein Halbfinale. Das wird hart. Denn auch die anderen Mannschaften sind gut. 

Aber ich habe in meinen vorherigen Jobs gelernt, immer die Ruhe zu bewahren – auch wenn es stürmisch und hektisch wird auf der See. Das möchte ich jetzt in das Team einbringen, vom Einzelsport potenziert auf fünf oder sechs Spielerinnen. Zudem kenne ich viele der möglichen Gegnerinnen aufgrund meiner Jahre auf der Tour ganz gut. Ich kann also meine Erfahrungen weitergeben und dem Team helfen. 

Jetzt existiert bei mir gerade die pure Vorfreude: Freude, die Mädels alle zu kontaktieren in den nächsten Tagen, ein tatkräftiges Team für Portugal Anfang April aufzustellen und so den Wiederaufstieg in die Weltgruppe zu schaffen. Los geht’s!

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