Für das Highlight sorgte Milena Steinkamp. Die Berlinerin gewann das erste rein deutsche Mädchen-Finale in der Geschichte der U16-Europameisterschaften, die vom 20. bis 26. September in Parma (ITA) stattfanden, gegen Victoria Brand mit 7:5, 6:3 und krönte sich zur neuen U16-Europameisterin. Beide Spielerinnen hatten sich als ungesetzte Akteurinnen mit beeindruckenden Leistungen durch das Turnier gespielt und auf dem Weg ins Finale jeweils nur einen Satz abgegeben.

Steinkamp erwischte im Endspiel den besseren Start und ging schnell mit 4:1 in Führung. Brand kämpfte sich zwar noch einmal zum 5:5 zurück, doch die Berlinerin behielt in den entscheidenden Momenten die Nerven und sicherte sich den ersten Satz mit 7:5. Im zweiten Durchgang setzte sie sich erneut ab, ließ sich auch von einer kurzen Aufholjagd ihrer Gegnerin nicht aus dem Konzept bringen und verwandelte mit einem starken Returnspiel zum 6:3 ihren Matchball.

„Es war unglaublich“, sagte Steinkamp nach ihrem Titelgewinn. „Die Woche war sehr hart, weil ich sieben Matches spielen musste. Heute gegen eine gute Freundin und eine andere deutsche Spielerin zu spielen, war besonders schwierig. Wir waren beide nervös. Ich habe mehrere Matchbälle gebraucht, aber ich bin glücklich, dass ich fokussiert geblieben bin und zu meinem Spiel gefunden habe.“

Mit ihrem Triumph ist Steinkamp die erste deutsche Siegerin des Turniers seit Andrea Glass im Jahr 1992. Gleichzeitig reiht sie sich in die Liste erfolgreicher deutscher Europameisterinnen wie Steffi Graf, Anke Huber und Marlene Weingärtner ein.

 

 

Auch die deutschen Jungen überzeugten. Miko Koeppen sicherte sich die Bronzemedaille. Erst gegen den späteren Finalisten István Damján Mokán aus Ungarn war für ihn im Halbfinale Endstation.

Im Doppel gab es zudem Silber für Deutschland. Koeppen und Johann Nagel-Heyer erreichten das Halbfinale, mussten dort jedoch dem deutsch-niederländischen Duo Mats Jutte und Stan Put den Vortritt lassen. 

Betreut wurde das DTB-Team vor Ort von Anna-Lena Herzgerodt und Niklas Gerdes. Das Fazit der DTB-Bundestrainerin fiel positiv aus: „Das war eine herausragende Woche für unsere Nachwuchsspielerinnen. Sie mussten beide sieben Matches absolvieren und haben sich auch in schwierigen Situationen immer wieder zurückgekämpft. Dass am Ende erstmals ein rein deutsches Finale zustande gekommen ist, macht dieses Ergebnis noch besonderer. Zusammen mit Silber und Bronze bei den Jungen zeigt das die große Qualität unseres Nachwuchses. Insgesamt war das für Deutschland eine rundum erfolgreiche Woche.“

Damit gingen die U16-Europameisterschaften aus deutscher Sicht mit einer Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille zu Ende – keine anderes Team war in Parma so erfolgreich. Stellvertretend für die Mannschaft nahm Anna-Lena Herzgerodt daher den Pokal für die beste Nation entgegen. 

Sporting Club Parma 26/09/2026Tennis Europe2026 European Junior Championships 16 & UnderCerimonia di premiazione finali singolareAnna Lena Herzgerodt premiata da Henrik PedersenFoto Giampiero Sposito
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