Cilic: Der alte Davis-Cup-Fuchs
Der prominenteste Name im kroatischen Aufgebot ist Marin Cilic Der 37-Jährige gehört zu den prägenden Spielern seiner Generation und weiß wie kaum ein anderer, wie man große Matches spielt.
Grand-Slam-Champion, ehemalige Nummer drei der Welt, Davis-Cup-Sieger: Cilic bringt eine Erfahrung mit, die gerade im Davis Cup besonders wertvoll sein kann. Der Kroate hat bereits zahlreiche große Partien auf schnellen Hartplätzen gespielt und kennt die besondere Dynamik von Ländervergleichen.
Seine größte Waffe ist nach wie vor der Aufschlag. Dazu kommt ein aggressives Grundlinienspiel mit einer flachen, druckvollen Vorhand und einer für seine Körpergröße bemerkenswert guten Beweglichkeit.
Für Deutschland wird entscheidend sein, Cilic möglichst viele unangenehme Situationen zu geben: lange Returnspiele, Druck auf den zweiten Aufschlag und möglichst wenig freie Punkte.
Prizmic: Kroatiens Blick in die Zukunft
Der zweite Einzelspieler bringt ein völlig anderes Profil mit.
Dino Prizmic ist einer der interessantesten jungen Spieler Kroatiens. Der 20-Jährige gilt als großes Talent und steht für die nächste Generation des kroatischen Tennis.
Prizmic ist ein klassischer moderner Grundlinienspieler: Er bewegt sich stark, kann lange Ballwechsel spielen und verfügt über eine gute Balance zwischen Geduld und Aggressivität. Besonders auf Sand hat er in den vergangenen Jahren gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt.
„Kroatien hat mit Marin Cilic und Dino Prizmic eine gute Mischung aus sehr erfahrenen Weltklassespielern und spannenden Nachwuchsprofis“, sagt Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann. Das trifft den Kern des kroatischen Einzelaufgebots ziemlich genau.
Und dann kommt die große kroatische Doppelstärke
Der vielleicht größte Trumpf Kroatiens liegt allerdings nicht im Einzel.
Mate Pavic und Nikola Mektic gehören seit Jahren zur Weltspitze im Doppel.
Beide haben Grand-Slam-Turniere gewonnen, beide standen an der Spitze der Weltrangliste. Pavic ist einer der erfolgreichsten Doppelspieler seiner Generation, Mektic ebenfalls ein ausgewiesener Spezialist für die großen Bühnen.
Deutschland verfügt mit Kevin Krawietz und Tim Pütz ebenfalls über ein eingespieltes Weltklasse-Doppel. Genau dieses Duell könnte deshalb zu einem der Schlüsselmatches des gesamten Wochenendes werden.
Auf einem schnellen Hartplatz können kleine Details entscheiden: erster Aufschlag, Returnqualität, die Position am Netz und vor allem die Fähigkeit, in den wenigen entscheidenden Punkten eines Matches ruhig zu bleiben.
Ein besonderer Faktor: Halle
Alexander Zverev wird erstmals seit dem Davis-Cup-Heimspiel gegen die Schweiz 2023 wieder in Deutschland für die Nationalmannschaft aufschlagen. Das Publikum in Halle wird entsprechend eine zentrale Rolle spielen.
„In Halle erwartet uns eine besondere Atmosphäre und große Tennisbegeisterung. Genau diese Energie brauchen wir, um erfolgreich zu sein“, sagt Kohlmann.
Und genau darin liegt möglicherweise Deutschlands größter Vorteil: Der Davis Cup lebt von Atmosphäre. Ein Heimspiel vor vielen deutschen Zuschauern kann aus einem engen Match ein anderes Match machen.
Zverev gegen Cilic – Erfahrung trifft auf Erfahrung
Sollte es zum Duell zwischen Alexander Zverev und Marin Cilic kommen, wäre das gleichzeitig ein Treffen zweier Grand-Slam-Champions.
Das Duell auf einen Blick
Deutschland
| Kroatien
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Alexander Zverev – Grand-Slam-Champion und Deutschlands Nummer eins
| Marin Cilic – Grand-Slam-Champion und ehemalige Nummer drei der Welt
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Yannick Hanfmann – physisch starker und erfahrener Einzelspieler
| Dino Prizmic – 20-jähriges kroatisches Top-Talent
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Kevin Krawietz – mehrfacher Grand-Slam-Sieger im Doppel
| Mate Pavic – ehemaliger Weltranglistenerster im Doppel
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Tim Pütz – Weltklasse-Doppelspieler
| Nikola Mektic – ehemaliger Weltranglistenerster im Doppel
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Was spricht für Deutschland?
1. Zverev: Mit dem Grand-Slam-Champion hat Deutschland den stärksten Einzelspieler der Begegnung im Aufgebot.
2. Heimvorteil: Halle, ein großer Center Court mit vielen deutschen Fans. Der Rahmen spricht klar für Deutschland.
3. Krawietz/Pütz: Das deutsche Doppel ist Weltklasse und verfügt über eine enorme gemeinsame Erfahrung.
4. Teamtiefe: Mit Hanfmann steht ein weiterer Spieler im Aufgebot, der im Davis Cup bereits bewiesen hat, dass er Verantwortung übernehmen kann.
Was spricht für Kroatien?
1. Cilic: Erfahrung auf höchstem Niveau und ein Spiel, das auf schnellem Hartplatz besonders gefährlich werden kann.
2. Prizmic: Ein junger Spieler ohne Angst vor großen Namen und mit großem Potenzial.
3. Pavic/Mektic: Ein Doppel von Weltklasseformat, das jedes Davis-Cup-Team vor eine große Herausforderung stellt.
4. Davis-Cup-Erfahrung: Kroatien kennt diese Bühne. Die Mannschaft hat den Wettbewerb bereits gewonnen und weiß, wie wichtig einzelne Punkte und die Dynamik über zwei Tage sind.
Am Ende zählt nicht die Summe der Weltranglistenpositionen, sondern wer am 19. und 20. September in den entscheidenden Momenten die besseren Antworten findet.
Deutschland gegen Kroatien – Weltklasse, Heimvorteil und Davis-Cup-Atmosphäre. In Halle geht es um den Einzug in die Finals.