Laura, wie geht es dir gerade?
Mir geht es sehr gut. Es ist natürlich eine Veränderung für mich, so viel zu Hause zu sein. Aber ich genieße es, den Sommer zu Hause zu verbringen und Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu haben. Das ist eine sehr schöne Abwechslung.
Wie sehen deine Tage momentan aus? Lebst du in den Tag hinein oder brauchst du weiterhin einen festen Ablauf?
Ein bisschen von beidem. Durch den Leistungssport und so wie ich ticke, brauche ich Struktur. Wenn sie mir niemand vorgibt, schaffe ich sie mir selbst. Gleichzeitig versuche ich, die Dinge bewusst lockerer anzugehen – das fällt mir allerdings eher schwer.
Ich halte mich fit, mache viel Reha und gehe die körperlichen Themen an, die sich in den vergangenen Jahren angesammelt haben. Der entscheidende Unterschied ist, dass ich das Training jetzt ganz auf meinen Körper abstimmen kann und ihn nicht regelmäßig überstrapazieren brauche.
Wofür hast du während deiner Auszeit wieder mehr Freiraum?
Ich kann mir mehr Zeit für ganz gezieltes Training nehmen, ohne dass ständig das nächste Match ansteht. Gleichzeitig habe ich mehr Freiraum, Neues auszuprobieren und mehr Abwechslung sowie Freude reinzubringen.
Während des Touralltags war alles auf das nächste Match oder das nächste Turnier ausgerichtet. Für Abwechslung blieb da wenig Raum. Ich konnte es mir nicht leisten, Neues auszuprobieren und damit zu riskieren, dass mein Körper schlecht reagiert, neue Probleme entstehen oder alte Themen wiederkommen. Deshalb habe ich mich nur noch auf gewohntem Terrain bewegen können. Jetzt kann ich weniger Tennis spielen und dafür andere Bereiche intensiver und auch abwechslungsreicher gestalten. Ich merke, dass sich meine körperlichen Beschwerden dadurch verbessern. Und diese Abwechslung weckt ganz neue Lebensgeister in mir.