Die 31-Jährige zeigte von Beginn an eine konzentrierte Leistung. Korpatsch nutzte ihre Chancen konsequent, dominierte mit variantenreichem Sandplatztennis die längeren Ballwechsel und ließ ihrer Gegnerin nur wenige Möglichkeiten, ins Match zu finden. Nach etwas mehr als anderthalb Stunden verwandelte die deutsche Nummer eins ihren ersten Matchball. Im Anschluss wurde es emotional. Ihr erster Dank ging an ihre Familie: „Mein Vater ist mein Coach, seit ich mit dem Tennis angefangen habe. Er ist bei jedem Match dabei, er steht immer mit auf dem Platz. Meine Mutter begleitet mich auf der Tour und passt auf meinen Hund Stella auf.“ Auch dem Publikum rief sie zu: „Diesen Titel habe ich nicht alleine gewonnen!“

Der Titelgewinn vor heimischer Kulisse schreibt zugleich Turniergeschichte. Der letzte deutsche Sieg beim Frauen-Tennisturnier am Rothenbaum hatte 34 Jahre zurückgelegen. Steffi Graf triumphierte 1992 in Hamburg. Die lange Wartezeit beendet Korpatsch durch ihren Erfolg. 

Turnierbilanz: "Gezeigt, wie Kreativität und Mut ein Turnier bereichern können"

Beste Laune, großer Sport mit einer Hamburgerin als Siegerin, Parasport und abwechslungsreiche Side Events für die ganze Familie – diese Kombination machte die MSC Hamburg Ladies Open 2026 zu einem einzigartigen Event. Darüber hinaus hat das WTA-250er-Turnier am Rothenbaum durch die parallel ausgetragene Premieren-Veranstaltung der Hamburg Wheelchair Open, dem größten Damen-Rollstuhltennisturnier Deutschlands an Strahlkraft gewonnen.

„Wir konnten eine Klammer zwischen Spitzensport, Weltklasse-Parasport, dem Auftritt zweier Tennislegenden mit ersten Tennismatches für Kinder herstellen und dies alles mit einem Wohlfühlevent für „Jung und Alt“ unter einem Dach vereinen. Es ist uns gelungen, die verbindende Kraft des Sports einmal mehr unter Beweis zu stellen. Das Konzept dahinter heißt: Wir sind mehr als ein Tennisturnier“, fasst Turnierdirektorin Sandra Reichel das Turniergeschehen zusammen.

Die Kombination aus Spitzensport, wichtigen gesellschaftlichen Themen und der Positionierung der Veranstaltung als familienfreundliches Event begeisterte auch DTB-Präsident Dietloff von Arnim: „Tennis, Inklusion und junge Fans – die MSC Hamburg Ladies haben gezeigt, wie Kreativität und Mut ein Turnier bereichern und zu einem besonderen Erlebnis machen können. Dass darüber hinaus so viele deutsche Spielerinnen dabei waren, unterstreicht die große sportliche Bedeutung für den DTB und die Entwicklung unseres Nachwuchses. Mein Dank gilt Sandra Reichel und ihrem Team, die dem Damentennis seit 2021 wieder eine bedeutende Bühne am Hamburger Rothenbaum geben.“

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