In den vergangenen drei Jahren hat der TC Bredeney zwei Meisterschaften gewonnen. Wie zufrieden bist du auf einer Skala von eins bis zehn mit der aktuellen Entwicklung der ersten Herrenmannschaft?
Ganz klar: zehn von zehn. Zwei Titel in den vergangenen drei Jahren zu gewinnen, ist sensationell. Wir sind besonders stolz darauf, dass wir mit unserem Konzept erfolgreich sind. Im vergangenen Jahr haben wir überwiegend auf deutsche Spieler gesetzt. Dass dieses Konzept so gut funktioniert hat, macht den Erfolg umso schöner. Deshalb gibt es von mir eine glatte Zehn.
Hat sich durch die Erfolge etwas im Verein verändert?
Die Mannschaft wird inzwischen deutlich stärker wahrgenommen. Ein wichtiger Faktor ist, dass sich die Mitglieder mit den Spielern identifizieren können. Viele von ihnen kommen aus der Region und sind regelmäßig im Verein präsent. Spieler wie Oscar Otte oder Mats Moraing sind nicht nur bei den Spielen, sondern auch bei Vereinsveranstaltungen dabei. Dadurch entsteht eine andere Bindung als bei Spielern, die nur für einzelne Einsätze anreisen. Darauf kann der Verein stolz sein.
Welche Maßnahmen hat der TC Bredeney zuletzt ergriffen, damit dieser sportliche Erfolg auch weiter anhält?
Wir haben versucht, weitere Talente ins Team zu holen. Mit Diego Dedura und Marko Topo konnten wir zwei Spieler verpflichten, die sich international hervorragend entwickelt haben. Tom Gentzsch war bereits vergangene Saison im Kader und hat ebenfalls einen großen Schritt nach vorne gemacht. Er erreichte zuletzt die letzte Qualifikationsrunde der French Open und spielte die Quali in Wimbledon. Wir haben also einige sehr gute deutsche Spieler dazugewonnen und hoffen, dass sie uns erneut an die Spitze bringen.
Ihre Mannschaft blieb im vergangenen Jahr ungeschlagen. Nur gegen den TK Kurhaus Aachen und Rot Weiss Köln gab es ein Unentschieden. Werden diese Teams auch in der kommenden Saison die größten Konkurrenten sein?
Die Liga ist in diesem Jahr insgesamt sehr ausgeglichen. Viele Vereine haben personell noch einmal nachgelegt. Köln wird sicherlich wieder stark sein. Außerdem muss man Aachen nennen, die in der vergangenen Saison den zweiten Platz erreicht haben. Auch Großhesselohe, Gladbach und Neuss verfügen über hervorragende Kader. Es gibt viele Mannschaften, die sowohl in der Spitze als auch in der Breite sehr gut aufgestellt sind.
Ist die Bundesliga also insgesamt noch stärker geworden?
Ja, sowohl in der Spitze als auch in der Breite. Auf dem Papier zählt Aufsteiger Berlin vielleicht noch nicht zu den Topfavoriten, aber fast alle anderen Mannschaften können vier starke Einzelspieler aufstellen. Dadurch werden sich die Begegnungen ausgeglichen gestalten. Durch das Format mit vier Einzeln und Match-Tiebreaks kann praktisch jedes Spiel in beide Richtungen kippen. Die Liga ist in diesem Jahr außergewöhnlich stark besetzt.
Beeinflusst das die Zielsetzung des TC Bredeney? Mit welchen Saisonziel geht ihr in die neue Saison?
Wenn man Meister ist und in den letzten drei Jahren zweimal den Titel gewonnen hat, wäre es unglaubwürdig zu behaupten, dass man nicht erneut Meister werden möchte. Natürlich wollen wir wieder ganz oben stehen. Gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben. Wenn man sich die Kader der Konkurrenz anschaut, gehören wir nicht zu den Favoriten. Rein vom Ranking her würden wir vermutlich eher weiter unten eingeordnet werden. Spieler wie Mats Moraing oder Oscar Otte haben nicht das Ranking, das ihrer tatsächlichen Spielstärke entsprechen würde. Wir haben ein sehr gutes Team, aber wir gehen nicht als Favoriten in die Saison.
Vorneweg geht Mats Moraing als Kapitän. Wie wichtig ist er für die Mannschaft?
Absolut wichtig! Mats ist ein akzeptierter Spieler innerhalb der Mannschaft und ein hervorragender Kapitän. Er hält vor den Spielen Ansprachen, spricht mit den Spielern in der Kabine und wird bei wichtigen Entscheidungen, etwa bei der Aufstellung, einbezogen. Er hat seit Jahren großen Einfluss auf die Mannschaft und wird diese Rolle auch weiterhin ausfüllen.
Es gibt nicht viele Veränderungen in eurem Kader. Wie bereits erwähnt, sind neue, junge Spieler dazugekommen. Wie wichtig ist die Bundesliga für junge Talente?
Ich denke, sie kann ein enormes Sprungbrett sein. Tom Gentzsch ist ein gutes Beispiel dafür. Als er in der vergangenen Saison gegen Neuss eingesetzt wurde und einen deutlich höher eingestuften Gegner besiegte, hat ihm das unglaublich viel Selbstvertrauen gegeben. Danach hat er sich stark entwickelt. Die Bundesliga bietet jungen Spielern die Möglichkeit, sich vor einem größeren Publikum zu präsentieren und Erfahrungen auf hohem Niveau zu sammeln. Das kann für die weitere Karriere sehr wertvoll sein.
Blicken wir auf den Saisonstart: Wie sieht die Vorbereitung auf das erste Spiel gegen den TC Augsburg Siebentisch aus?
Selbstverständlich wird die Mannschaft vor dem ersten Spiel noch einmal zusammenkommen. Wir treffen uns mindestens einen Tag vorher, trainieren gemeinsam und reisen dann an. Welche Spieler letztlich zur Verfügung stehen, hängt wie immer von den Turnierverläufen der einzelnen Profis ab. Einige unserer ehemaligen Tourspieler werden ebenfalls dabei sein, sofern sie fit sind. Wer am ersten Spieltag tatsächlich auf dem Platz steht, wird sich kurzfristig entscheiden.
Die 1. Tennis-Bundesliga Herren wird in dieser Saison bei Sportdeutschland.TV in der Konferenz übertragen. Warum sollte man hier unbedingt einschalten?
Weil man dort deutlich mehr Emotionen erlebt als bei vielen Profiturnieren. Die Stimmung in den Vereinen ist hervorragend und die Zuschauer sind dem Geschehen viel näher. Tennis mit Emotionen erinnert ein wenig an den Davis Cup. Mir persönlich macht das deutlich mehr Spaß als die oft sehr ruhige Atmosphäre bei regulären Turnieren. Ich glaube, dass auch die Zuschauer daran Gefallen finden werden.
Vielen Dank für das nette Gespräch und viel Erfolg für die neue Saison.