Tamara, durch die erfolgreichen letzten Wochen und den Auftaktsieg bei den MSC Hamburg Ladies Open bist du kurz davor, dein Karrierehoch (WTA-Nr. 71) einzustellen. Spornt dich das an? 

Tamara Korpatsch: Auf jeden Fall. Ich möchte die 71 unbedingt toppen. Nach meinen Verletzungen stand ich auf Platz 200 der Weltrangliste. Da war es zunächst das wichtigste Ziel, wieder in die Top 100 zu kommen. Wenn ich jetzt auch noch die 71 knacken kann, wäre das der nächste große Schritt.

Weil du vergangene Woche nicht gespielt hast, warst du nur kurzzeitig die deutsche Nummer eins. Ab kommender Woche gehört dir dieser Titel wieder. Was bedeutet das für dich?

Tamara Korpatsch: Das bedeutet mir sehr viel. Ehrlicherweise habe ich mir selbst großen Druck gemacht und immer wieder gedacht: „Du musst eine Runde gewinnen, dann bist du wieder die deutsche Nummer eins.“ Dass ich dieses Ziel jetzt erreicht habe, macht mich sehr glücklich. Und das kann mir keiner mehr nehmen.

Neben dem Ranking hast du in Roland Garros erstmals die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Verändern solche Meilensteine etwas an deinem Auftreten?

Tamara Korpatsch: Ich glaube schon. Durch die Erfolge habe ich das Gefühl, dass gute Turnierergebnisse für mich inzwischen etwas Normaleres geworden sind. Ich trete mit mehr Selbstvertrauen auf und weiß, dass ich auch bei einem Grand Slam mehrere Matches gewinnen kann. Trotzdem schaue ich bei den Turnieren weiterhin nur von Runde zu Runde. 

Diese Woche spielst du in deiner Heimatstadt. Wie besonders ist dieses Turnier für dich persönlich? 

Tamara Korpatsch: Es ist eines der wichtigsten Turniere meines Jahres. Ich bin hier zu Hause und fühle mich am Rothenbaum einfach ein Stück wohler als anderswo. Weil ich nicht extra anreisen musste, ist vieles entspannter und ich bin nicht ganz so aufgeregt.

Dazu kommt die Unterstützung der Fans. In meinem Match heute hatte ich an meiner Handtuchbox eine kleine Gruppe, die mich wirklich durch die Partie getragen und immer wieder aufgebaut hat.

Nach der Woche in Hamburg geht es nach Nordamerika. Wie wird dein Hardcourt-Swing aussehen? 

Tamara Korpatsch: Ich freue mich sehr auf die großen Turniere in Nordamerika. Das Masters in Toronto werde ich zum ersten Mal in meiner Karriere spielen und hoffe, dass ich da noch ins Hauptfeld rücke. In Cincinnati bin ich bereits direkt dabei.

Mittlerweile fühle ich mich auf Hartplatz sehr wohl, auch weil ich zuletzt viel auf dem Belag gespielt habe. Außerdem habe ich herausgefunden, wie man auf Hartplatz rutscht. Ich habe das irgendwann einfach ausprobiert und jetzt klappt es – das verbessert meine Beinarbeit deutlich.

Danke Tamara, und viel Erfolg für die nächsten Wochen! 

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