Vom Schnuppertraining zur Vereinsfamilie
Um Kinder langfristig für Tennis zu begeistern, sei es vor allem wichtig, ihnen Spaß zu vermitteln. Deshalb setzte der TC Wesel-Büderich bei seinen Schnuppertagen auf spielerische Angebote. Kleine Parcours, Ballspiele und erste Übungen auf dem Kleinfeld seien dafür perfekt geeignet. Während die Kinder den Sport entdecken, haben die Eltern Gelegenheit, mit einem Trainer Tennis auszuprobieren und den Sport sowie den Verein kennenzulernen.
Für Schäfer ist dabei nicht allein das Angebot auf dem Platz entscheidend, sondern auch der persönliche Kontakt. So traf er bei einer Aktion beispielsweise auf mehrere Mütter, die selbst gerne Tennis spielen wollten, aber bisher keine passende Gruppe gefunden hatten. Er sprach sie gezielt an und organisierte eine Trainingsgruppe für sie. Die Frauen sind dem Verein bis heute treu geblieben.
„Man muss die Leute aktiv ansprechen und ihnen etwas vermitteln. Das ist immer das Allerwichtigste“, betont Schäfer. „Man sollte nicht nur eine Aktion durchführen und dann herumstehen, sondern wirklich mit den Leuten ins Gespräch kommen. Denn das bewirkt meistens etwas.“
Mehr als Mitgliederzahlen: Gemeinschaft und Begeisterung
Wie erfolgreich die Arbeit ist, zeigt sich nicht nur an der Mitgliederentwicklung. Auch das Vereinsleben gewinnt an Dynamik. Bei den Clubmeisterschaften, die nach langer Pause wieder organisiert wurden, gingen 94 der insgesamt 205 Mitglieder an den Start – eine bemerkenswerte Beteiligung für einen vergleichsweise kleinen Verein.
„Das schafft man auch, indem man die Leute anspricht, motiviert: Macht doch mit“, erklärt Schäfer. Zufriedene Mitglieder seien zugleich wichtige Botschafter des Vereins. Wer sich wohlfühle, erzähle anderen davon und bringe vielleicht Freunde zum Tennis mit.
Ehrenamt braucht Mitstreiter
Torsten Schäfer ist sich bewusst, dass das Wachstum eines Vereins nicht allein von einer Person abhängen sollte. Im Vorstand sind inzwischen auch jüngere, motivierte Mitglieder aktiv. Sie einzubinden und ihnen Erfahrungen weiterzugeben, ist für die Zukunft des Vereins entscheidend.
„Ich hoffe, dass es nicht nur an mir liegt“, sagt Schäfer. Er möchte seine Ideen und Erfahrungen so weitergeben, dass sie von Nachfolgerinnen und Nachfolgern aufgegriffen und weiterentwickelt werden können.
Ein Erfolgsrezept, das andere Vereine übernehmen können
Welche Erfahrungen aus Wesel-Büderich können andere Tennisvereine lernen? Für Schäfer beginnt erfolgreiche Mitgliedergewinnung damit, aktiv auf Menschen zuzugehen, Kooperationen mit Schulen und Kindergärten aufzubauen und unkomplizierte Möglichkeiten zum Ausprobieren zu schaffen. Ebenso wichtig ist es, Familien als Ganzes wahrzunehmen und neue Mitglieder auch nach dem ersten Kontakt persönlich zu begleiten.
Der Vorsitzende Alfred Schumann weiß diesen Einsatz zu schätzen: „Wie er sich um neue Mitglieder kümmert, ist schon bemerkenswert!“ Er bringt die Entwicklung des Clubs auf den Punkt: „Der Verein wächst, Torsten sei Dank!“
Die Geschichte des TC Wesel-Büderich zeigt, wie Mitgliederwachstum an der Basis entsteht. Hinter den steigenden Mitgliederzahlen stehen nicht nur erfolgreiche Aktionen, sondern vor allem persönliche Begegnungen und gelebte Gemeinschaft. Torsten Schäfer bringt es auf den Punkt: „Es macht Spaß, und ich mache weiter.“