Nach einer erfolgreichen Qualifikation geht es jetzt ins Hauptfeld der BMW Open. Kurzes Update: Wie waren die letzten Tage und worauf freut ihr euch in den kommenden Tagen am meisten?
MW: Die letzten Tage waren unglaublich schön. Es gibt nichts Besseres, als vor Familie und Freunden auf einer großen Tennisbühne zu spielen. Auf der anderen Seite ist es auch stressig, weil man so viele Leute kennt und jeder mit einem reden will. Unterm Strich gibt es aber keine schönere Zeit im Jahr als die der Heimturniere.
JS: Das kann ich unterschreiben. Es ist jetzt das dritte Jahr, in dem wir bei den BMW Open sind, und es ist jedes Jahr unser Highlight. Wir können daheim schlafen, die Familie ist vor Ort und es macht richtig, richtig viel Spaß. Zudem haben wir in der Qualifikation gut gespielt und trainieren aktuell gut – deswegen umso besser.
Ihr seid, die BMW Open ausgeklammert, mit sieben Siegen und acht Niederlagen ins Jahr 2026 gestartet. Entspricht das euren Erwartungen und wie definiert ihr euren Erfolg?
MW: Wir wussten, dass dieses Jahr anders werden würde, weil wir von Anfang an nur ATP-Turniere gespielt haben. Es geht schnell und man verliert zwei oder drei Matches am Stück. Nichtsdestotrotz haben wir uns in diesem Jahr spielerisch bisher weiterentwickelt. Unser Ziel ist es, unsere gute Leistung konstant abrufen zu können. Ich denke, dass wir hierbei einen weiteren Schritt nach vorne machen werden.
JS: Wir haben jedes Jahr zwei, drei Phasen, in denen es mal schwierig ist. Im letzten Monat war das zum Beispiel der Fall. In diesen Phasen sind wir ruhiger und haben mehr Vertrauen in unsere Stärke als noch vor einem Jahr. Zusätzlich setzen wir uns vor der Saison Ranglistenplätze als Ziele. Letztes Jahr war es beispielsweise, die Top 50 zu erreichen. Daran messen wir uns. In diesem Jahr haben wir uns die Top 30 vorgenommen. Selbst wenn wir am Ende nur Platz 37 erreichen würden, aber das Gefühl hätten, uns weiterentwickelt zu haben, wäre das in Ordnung. Wir setzen die Ziele bewusst hoch.
Mit eurer ersten Teilnahme bei den Australian Open 2025 seid ihr so richtig durchgestartet. Was hat sich seitdem in eurem Leben am meisten verändert?
MW: Seit der direkten Qualifikation für die Australian Open 2025 spielen wir mehr Turniere und reisen häufiger um die Welt. Verändert hat sich vor allem, dass wir öfter auf größeren Anlagen und vor größeren Tribünen auflaufen.
JS: Im Leben abseits des Tennisplatzes hat sich kaum etwas verändert. Ein angenehmer Nebeneffekt für unser Tennis ist die größere finanzielle Freiheit. Wir können mehr investieren, zum Beispiel in Trainer. Das ist eine große Veränderung. Vor ein, zwei Jahren war das noch nicht möglich. Permanent einen Trainer mit an Bord zu haben, hilft enorm.
Wann hattet ihr zuletzt den Moment, in dem ihr dachtet – genau dafür mache ich das hier alles?
MW: In der Qualifikation am Sonntag vor der Heimtribüne! Das war ein perfektes Beispiel. Ein enges, spannendes Match, bei dem viel Energie von außen kam. Man hat gemerkt, wie der Funke auf die Zuschauer übergesprungen ist. Das hat unglaublich Spaß gemacht. In solchen Momenten denkt man: Dafür lohnt sich das hier doch alles.
Ist es schöner, diese Momente zu zweit zu erleben?
JS: Ja, definitiv. Siege kann man gemeinsam feiern und Niederlagen zusammen verarbeiten. Das hat nur Vorteile. Für Einzelspieler ist das wahrscheinlich häufig schwerer, weil sie allein sind. Im Doppel, vor allem wenn man so gut befreundet ist wie wir, ist das besonders wertvoll.