Zum 36. Mal fanden vom 8. bis 12. Juli die German Open im Rollstuhltennis in Berlin statt. Zahlreiche deutsche Spieler:innen gingen beim internationalen Turnier an den Start – allen voran Britta Wend, die eine erfolgreiche Woche mit gleich zwei Titeln krönte. 

„Es ist immer etwas Besonderes und man hat noch mal ein bisschen mehr Nervenkitzel, wenn die Familie vorbeikommt“, wusste Britta Wend bereits bevor sie ihr erstes Match bei den German Open beim BTTC Grün Weiß Lichterfelde bestritt. Die aktuelle Nummer eins der deutschen Damen im Rollstuhltennis ging als an Position vier gesetzte Spielerin bei dem internationalen Turnier an den Start. 

Neben Wend gingen auch Katharina Krüger, Jana Maria Lindenthal und Ela Porges in der Damenkonkurrenz an den Start. Im Herren- und Quad-Feld waren Steffen Sommerfeld, Anthony Dittmar, Sven Hiller, Daniel Roels, Daniel Shafie sowie Maximilian und Marcus Laudan vertreten.

„Bei einem Turnier wie den German Open in Berlin kann ich es mir leisten, meinen Trainer mitzunehmen. Der Bundestrainer ist da. Das heißt: Es ist einfach etwas ganz Besonderes, hier in Deutschland zu spielen“, so Wend.

Für Katharina Krüger, die aus Berlin kommt, sind die German Open Jahr für Jahr ein Heimspiel. „Ich kann in meinem eigenen Bett schlafen, habe abends mein eigenes Essen, meinen Hund um mich und einfach ein bisschen Normalität. Früher habe ich viel Druck empfunden, weil ich zuhause besonders gut spielen wollte, aber heute bin ich fast gar nicht mehr aufgeregt. Ich versuche mich davon freizumachen, denn ich kann nichts mehr verlieren, nur noch gewinnen.“

Auch wenn Katharina Krüger im Einzel bereits in der ersten Runde ausschied, richtete sie ihren Fokus anschließend auf die Doppelkonkurrenz. Gemeinsam mit Britta Wend blieb das topgesetzte Duo nahezu makellos und gab auf dem Weg zum Titel lediglich zwei Spiele ab. „Wir spielen viel zusammen Doppel, sind gut eingespielt und haben uns da über die letzten Jahre viel erarbeitet“, freuten sie sich.

Katharina Kruger GER und Britta Wend GER, 36. GERMAN OPEN 2026 - Beate Loddenkemper Trophy, Berlin, BTTC Grün-Weiß, 10.07.2026, Foto: Claudio Gärtner

Für Wend sollte die Doppeltrophäe mit Krüger allerdings nicht die Einzige bleiben. Denn auch im Einzel stellte sie ihre Überlegenheit unter Beweis. Ohne Satzverlust war sie ins Endspiel eingezogen. Dort traf sie schließlich auf die Schweizerin Nalani Buob, mit der sie sich einen engen Kampf leistete. Nach einem souveränen 6:1 im ersten Satz machte sich jedoch die Nervosität bemerkbar. „Nach dem ersten Satz kam ein bisschen Nervosität, eine körperliche Anspannung und mir fehlte die Lockerheit“, sagte sie später. Den zweiten Satz verlor die 30-Jährige knapp im Tiebreak mit 5:7. „Dann habe ich mich darauf fokussiert, Spaß zu haben – auch mit allen zusammen, den Zuschauer:innen, Trainern und so weiter.“ Schließlich setzte sich Wend mit 6:1, 6:7 und 6:4 durch und holte sich damit den bislang größten Titel ihrer Karriere.

„Das war etwas ganz Besonderes, den größten Erfolg meiner Karriere auch noch zu Hause in Deutschland zu haben. Die allermeiste Zeit reise ich alleine, aber dass ausgerechnet jetzt meine Familie, mein Mann, mein Trainer und der Bundestrainer da sind und ich die Unterstützung vom Rest des Teams hatte, hat sich nochmal ganz besonders angefühlt“, resümierte Wend.

Britta Wend GER - Siegerin der Damen 2026, Finaltag - 36. GERMAN OPEN 2026 - Beate Loddenkemper Trophy, Berlin, BTTC Grün-Weiß, 12.07.2026, Foto: Claudio Gärtner

 

Bei den Herren setzte sich der Australier Anderson Parker im Finale gegen den Niederländer Robin Groenewoud durch. Und auch in der Quad-Konkurrenz war ein Australier erfolgreich: Der Topgesetzte Benjamin Wenzel schlug den an Rang zwei gesetzten Brasilianer Leandro Pena mit 6:1, 6:3.

Auch Turnierdirektor Martin Melchior zeigte sich mehr als zufrieden über die Turnierwoche: "Die 36. German Open Wheelchair Tennis waren in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Wir haben hochklassigen internationalen Rollstuhltennissport, eine großartige Atmosphäre und viele begeisterte Zuschauer erlebt. Dass mit Britta Wend auch noch eine deutsche Spielerin den Titel im Damen-Einzel gewinnen konnte, ist ein wunderbarer Abschluss dieses Turniers. Ein besonderes Highlight war zudem der Besuch des vierfachen Paralympicssiegers Wojtek Czyz, der im Rahmen der von DVAG hilft e.V. ermöglichten Aktion eindrucksvoll für die Themen Inklusion, Vielfalt und die Faszination des Parasports geworben hat. Solche Momente zeigen, dass dieses Turnier weit mehr ist als Spitzensport – es verbindet Menschen und schafft Aufmerksamkeit für den Rollstuhltennissport."

DVAG hilft e.V. spendete 2.500 Euro an das Turnier
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