März 2024: Ein gewöhnliches Mannschaftsspiel in der Halle, ein Ball auf die Rückhand, der Versuch eines Lobs – und plötzlich der stechende Schmerz im Handgelenk. Ein Bänderriss aus dem Nichts, ein seltener, gemeiner Zufall und untypisch für den Tennissport. Was man auf dem Platz vielleicht noch als Pech abtut, wurde im Arztgespräch zur bitteren Realität: Operation, Drähte zur Stabilisierung, monatelange Pause. Und vor allem: kein Tennis. Vielleicht für immer.
Ganz aufhören?
Auch wenn nun etwas wegfiel, was ihn über Jahrzehnte begleitet hatte, brach für Tobias Gruschka keine Welt zusammen, „Ganz aufhören? Keine Option“, sagte er sich. „Dafür bedeutet mit das alles viel zu viel – meine Mannschaft, der Verein und die Kinder und Jugendlichen, die ich als Trainer betreue – einfach das ganze Drumherum.“ Die Ärzte rieten ihm klar zum Tennis-Stopp: Die Belastung der Schläge wäre für sein rechtes, operiertes Handgelenk zu hoch, die Gefahr einer erneuten Verletzung sehr wahrscheinlich. Außerdem musste er an seinen Hauptberuf als Physiotherapeut denken, in dem die Hände sein Werkzeug sind. Trotz und Pragmatismus waren nun angesagt. Was mit recht nicht mehr geht, muss eben mit links funktionieren – das war seine Devise.