Der Aufstieg des Tennis-Club SCC Berlin wirkt wie die logische Konsequenz. Die Berlinerinnen hatten sich über Jahre in der 2. Tennis-Bundesliga Damen etabliert, ohne je ernsthaft in Abstiegsgefahr zu geraten. „Irgendwann wollten die Mädels dann mehr“, sagt Teammanager Andreas Strauchmann.
In einer Sache bleibt sich Berlin jedoch unabhängig von der Liga treu. Anstatt den Kader für die 1. Tennis-Bundesliga grundlegend umzubauen, setzt der Verein weiterhin auf seinen gewachsenen Kern aus Berlinerinnen und deutschen Spielerinnen. Verstärkungen gibt es punktuell an der Spitze mit internationalen Spielerinnen wie Oksana Selekhmeteva (WTA #77) oder Darja Semenistaja (WTA #112). „Im Vergleich zu den Zeiten in der zweiten Liga habe ich die Mannschaft nicht grundlegend verändert“, betont Strauchmann. Vielmehr sollen auch die Spielerinnen, die den Aufstieg erreicht haben, die Chance bekommen, sich auf höchstem Niveau zu beweisen. Deutsche Talente wie Sonja Zhenikhova oder Ida Wobker seien fest eingeplant und sollen möglichst viele Einsätze erhalten, so Strauchmann.
Auch in Berlin ist das Saisonziel klar definiert: Klassenerhalt. Allerdings nicht um jeden Preis: „Theoretisch könnte ich mit sechs Ausländerinnen spielen“, sagt Strauchmann, „aber das wollen wir nicht.“ Stattdessen setzte man auf Entwicklung und Teamgeist – Werte, die bereits in der 2. Tennis-Bundesliga eine zentrale Rolle gespielt haben.
Auftakt mit Signalwirkung
Zum Start der 1. Tennis-Bundesliga Damen am 1. Mai wartet auf den Tennis-Club SCC Berlin direkt eine erste Standortbestimmung. Berlin empfängt den deutschen Vizemeister TC Bredeney. Für den Teammanager ist das „ein bisschen wie Bayern München im Fußball, also eher Bonus- als Pflichtaufgabe“.
Die 1. Tennis-Bundesliga Damen ist in diesem Jahr eine echte Wundertüte. Im Vorfeld lassen sich weder klare Favoriten noch Absteiger ausmachen. Keine Mannschaft scheint so richtig zu wissen, was sie erwartet. Andreas Strauchmann fasst zusammen: „Wir wollen gut in die Saison starten, alle eine gute Leistung bringen und dann einfach mal gucken, was passiert.“
Unabhängig vom sportlichen Ausgang geht es für die Aufsteigerinnen aus Berlin um mehr als nur Punkte. Es geht um Sichtbarkeit, um Entwicklung und darum, sich in einer Liga zu etablieren, die sportlich wie organisatorisch höchste Anforderungen stellt.