Auf der Anlage des Hertener TC wurde am vergangenen Wochenende hochklassiges U18-Tennis geboten. Die erfolgreichsten Mannschaften der drei NRW-Verbände Westfalen (WTV), Niederrhein (TVN) und Mittelrhein (TVM) ermittelten an zwei Tagen ihre westdeutschen Meister. Bei den Juniorinnen traten der TC Rot-Weiß Hagen, der TC Grün-Weiß Herne, der TC Bredeney und der RTHC Bayer Leverkusen an. Bei den Junioren komplettierten neben dem TC Blau-Weiß Halle und dem TC Grün-Weiß Bochum der Rochusclub Düsseldorf und der TTC Brauweiler das Teilnehmerfeld.
Bereits die Aufstellungen der Halbfinals versprachen hochklassiges Tennis. Die favorisierten Titelverteidigerinnen des TC Bredeney aus Essen boten mit Arina Kostina (LK 1,3), Tamina Kochta (LK 1,4), Kristina Sachenko (LK 1,5) und Lara Wagner (LK 1,6) ein außergewöhnlich stark besetztes Quartett auf. Entsprechend deutlich setzte sich Bredeney gegen den TC GW Herne durch, der zudem zwei kurzfristige Ausfälle verkraften musste. Die Hernerin Ilvana Nurkovic lieferte sich mit Tamina Kochta allerdings ein enges Duell und unterlag erst nach zwei umkämpften Sätzen. In den Doppeln gab Bredeney den erst 13-jährigen Nachwuchskräften Hannah Streckert und Sophie Jürgensen Spielpraxis. Mit 4:2 zog Bredeney ins Finale ein.
Im zweiten Juniorinnen-Halbfinale setzte sich der RTHC Bayer Leverkusen gegen den TC RW Hagen durch. Drei der vier Einzel gingen an das Team aus dem Mittelrhein. Durch den hart umkämpften Sieg von Hagens Maja Abraham gegen Anina Richerzhagen fiel die Entscheidung erst in den Doppeln. Sofia Tymokhova und Nikolina Zborovska sicherten Leverkusen den entscheidenden vierten Punkt zum 4:2. Damit standen Bredeney und Leverkusen als Finalisten fest, während Herne und Hagen um Platz drei spielten.
Bei den Junioren war für den TC GW Bochum gegen den stark besetzten TTC Brauweiler nichts zu holen. Matwej Kuzmitski und Anton Sokolov kämpften sich jeweils in den Match-Tiebreak, mussten sich dort aber geschlagen geben. Marc Stephan/Juls Thagaard Hansen und Ivaylo Pentchev/Yash Rajapreyar gewannen auch die Doppel zum 6:0-Erfolg. Im zweiten Halbfinale setzte sich der TC BW Halle mit 4:2 gegen den Rochusclub Düsseldorf durch. Nach drei Match-Tiebreaks in den Einzeln führte Halle 3:1. Jannik Sötebier und Theo Liebich machten mit ihrem Sieg im zweiten Doppel den Finaleinzug perfekt.
Im Juniorinnen-Endspiel traten Bredeney und Leverkusen mit den gleichen vier Spielerinnen wie am Vortag an. Bredeney dominierte von Beginn an. Die größte Gegenwehr leistete Yufei Zhuang gegen Tamina Kochta, doch am Ende stand ein deutliches 4:0. Damit verteidigte Bredeney erfolgreich den Titel aus dem Vorjahr.
Enger verlief das Spiel um Platz drei. Bei Hagen fiel die vom Vortag erschöpfte Daria Wächter kurzfristig aus und wurde durch Amelie Weber ersetzt. Zum Knackpunkt wurde das Einzel zwischen Hagens Lara Sarcevic und Hernes Ilvana Nurkovic, das Nurkovic im Match-Tiebreak gewann und Herne mit 3:1 in Führung brachte. In den Doppeln holte jedes Team einen Punkt, sodass Herne mit 4:2 den dritten Platz sicherte.
Bei den Junioren war das Spiel um Platz drei schnell entschieden. Der Rochusclub gewann alle vier Einzel gegen Bochum durch Justus Schmidt, Kilian Verstynen, Edgar Reich und Philipp Schleining.
Im Finale zwischen Halle und Brauweiler sah zunächst alles nach einem klaren Erfolg der Ostwestfalen aus. Halle führte 2:0 und hatte in beiden Einzeln der zweiten Runde den ersten Satz gewonnen. Doch Brauweiler kämpfte sich zurück und erzwang zwei Match-Tiebreaks. Ivaylo Pentchev hatte gegen Mark Otto sogar einen Matchball, doch sowohl Otto als auch Jannik Sötebier setzten sich für Halle durch und sorgten für das 4:0. Anschließend gewann Halle auch beide Doppel im Match-Tiebreak und machte mit dem 6:0 die Titelverteidigung perfekt.
Nach zwei langen Tagen mit sehenswertem Tennis und spannenden Begegnungen fand die Siegerehrung der teilnehmenden Mannschaften statt. Turnierdirektor und Oberschiedsrichter Stefan Springer lobte insbesondere das ausgesprochen faire Auftreten aller Beteiligten. WTV-Vizepräsidentin Nachwuchsleistungssport Nicolin Gerhardt schloss sich dem an und freute sich, dass die Meisterschaften in diesem Jahr auf einer WTV-Anlage ausgetragen werden konnten, die auch für die Nachbarverbände gut erreichbar war. Sie wünschte allen Beteiligten zudem einen guten Start in die bevorstehende Wintersaison.
Text: Stefan Springer