Mehr Spannung, kürzere Spiele und eine zeitgemäße Anpassung an den modernen Tennissport: In der Hallen-Winterrunde 2026/27 führt der Tennisbezirk Ostwestfalen die sogenannte No-Ad-Regel im Erwachsenenbereich auf Bezirks- und Kreisebene zunächst testweise ein.
Die Regel gilt in der kommenden Wintersaison in allen Ligen dieser Ebenen im Doppel. Eine Ausnahme bilden die Ligen auf Kreisebene des Tenniskreises Paderborn/Höxter: Dort wird die No-Ad-Regel testweise auch im Einzel angewandt.
Was bedeutet die No-Ad-Regel?
Bei einem Spielstand von 40:40 (Einstand) wird künftig kein Vorteil mehr ausgespielt. Stattdessen entscheidet ein einziger „entscheidender Punkt“ über den Ausgang des Spiels. Im Doppel darf die Rückschlagpartei dabei wählen, auf welcher Seite sie den entscheidenden Aufschlag returniert. Gerade bei Spielen mit zahlreichen Einstands-Situationen kann sich die Spieldauer dadurch deutlich verkürzen.
Mehr Spannung und weniger Zeitaufwand
Mit der Einführung verbindet der Sportausschuss des WTV mehrere Erwartungen. Zum einen soll die No-Ad-Regel für zusätzliche Spannung sorgen. Bei 40:40 steht unmittelbar ein spielentscheidender Punkt an – Konzentration, Nervenstärke und taktisches Geschick sind dann besonders gefragt.
Zum anderen ist der Zeitfaktor im Hallen-Mannschaftsspielbetrieb von großer Bedeutung. Lange Spiele mit wiederholten Einstands-Situationen können dazu führen, dass Begegnungen den vorgesehenen Zeitrahmen überschreiten. Die mögliche Zeitersparnis kann daher entscheidend dafür sein, ob eine Mannschaftsbegegnung beispielsweise innerhalb von fünf statt sechs gebuchten Hallenstunden abgeschlossen werden kann.
Damit schafft die Regel potenziell mehr Planungssicherheit für Vereine und Mannschaften und ermöglicht eine effizientere Nutzung der Hallenkapazitäten.
OWL folgt einem erprobten Weg
Die No-Ad-Regel ist im deutschen Tennis keineswegs neu. Die Landesverbände Bayern, Hamburg und Mittelrhein wenden sie bereits seit längerer Zeit im Doppel an. Auch am Niederrhein wird sie nun eingeführt. Zudem kommt sie in der Regionalliga West in der Halle zum Einsatz.
Der Sportausschuss OWL sieht die Einführung deshalb als zeitgemäßen Schritt, der den besonderen Bedingungen des Hallentennis Rechnung trägt. Gleichzeitig soll der entscheidende Punkt das Doppel sportlich noch interessanter machen.
Zunächst testen, dann entscheiden
Die Einführung ist ausdrücklich als Testphase angelegt. Nach Abschluss der Hallen-Winterrunde 2026/27 sollen die Erfahrungen ausgewertet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem Spieldauer, Ablauf der Mannschaftsbegegnungen und Akzeptanz bei den Spielerinnen und Spielern.
Auch die Erfahrungen mit der zusätzlichen Anwendung im Einzel auf Kreisebene des Tenniskreises Paderborn/Höxter werden in die Bewertung einfließen. Auf Grundlage dieser Evaluation soll anschließend entschieden werden, ob und in welcher Form die No-Ad-Regel dauerhaft eingeführt wird. Der Ansatz ist damit bewusst pragmatisch: ausprobieren, Erfahrungen sammeln, auswerten und anschließend entscheiden.