Der Tennissport erlebt in Deutschland weiter einen kräftigen Aufschwung – und auch in Westfalen setzt sich der Wachstumskurs fort. Der Westfälische Tennis-Verband (WTV) zählt inzwischen 139.391 Tennisspielerinnen und Tennisspieler in 759 Vereinen. Das entspricht einem Plus von 2,17 Prozent bzw. 2.954 Menschen gegenüber dem Vorjahr. Besonders erfreulich: Das Wachstum zieht sich durch alle Altersklassen und alle vier WTV-Bezirke.

Damit bestätigt sich auch auf westfälischer Ebene der bundesweite Trend. Der Deutsche Tennis Bund (DTB) verzeichnet für 2026 insgesamt 1.553.580 Mitglieder in 8.612 Tennisvereinen. Mit 36.493 zusätzlichen Mitgliedern innerhalb eines Jahres wächst Tennis in Deutschland um 2,41 Prozent – so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Gleichzeitig steigen die Mitgliederzahlen bereits im sechsten Jahr in Folge.

„Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass Tennis in Westfalen weiterhin Menschen in allen Lebensphasen begeistert. Besonders erfreulich ist, dass der Nachwuchs überdurchschnittlich wächst und mehr als die Hälfte unserer Vereine Mitglieder hinzugewinnt. Das ist ein starkes Signal für unsere Vereine und für die Zukunft des Tennissports“, so WTV-Präsident Jörg Hochdörffer.

Nachwuchs als Wachstumsmotor

Besonders dynamisch entwickelt sich der Nachwuchs. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen stieg um 969 Mitglieder bzw. 2,87 Prozent, während die Zahl der erwachsenen Mitglieder um 1,93 Prozent zunahm. Mit 21.516 Mitgliedern ist die Altersgruppe der Sieben- bis 14-Jährigen inzwischen die stärkste Nachwuchsgruppe im WTV. Die Entwicklung zeigt, dass Tennis insbesondere für Familien und junge Menschen attraktiv bleibt.

Mehr als die Hälfte der Vereine wächst

Die positive Entwicklung zeigt sich auch in der Breite. Von den 759 Tennisvereinen im WTV konnten 391 Vereine ihre Mitgliederzahl steigern, während 296 Vereine Mitglieder verloren. Damit gewinnt mehr als jeder zweite Verein Mitglieder hinzu.

Auffällig ist allerdings, dass sich die Entwicklung je nach Vereinsgröße unterscheidet. Die größeren Vereine mit mindestens 219 Mitgliedern verzeichneten einen Zuwachs von 3,91 Prozent. Die mittleren Vereine legten um 1,48 Prozent zu. Bei den kleineren Vereinen mit bis zu 99 Mitgliedern ging die Mitgliederzahl dagegen um 2,34 Prozent zurück.

Dass größere Vereine im Durchschnitt stärker wachsen, ist keine Besonderheit des Tennissports. Gleichzeitig gibt es auch bei den kleineren Clubs zahlreiche Vereine mit teils deutlich zweistelligen Zuwachsraten. Die Gesamtstatistik bildet diese Entwicklungen aufgrund der unterschiedlichen Vereinsgrößen nur teilweise ab.

Münsterland mit stärkstem Bezirkswachstum

Am stärksten entwickelte sich innerhalb des WTV der Bezirk Münsterland mit einem Mitgliederplus von 2,95 Prozent. Es folgen Südwestfalen mit 2,33 Prozent, Ostwestfalen-Lippe mit 2,00 Prozent und Ruhr-Lippe mit 1,37 Prozent. Besonders dynamisch ist die Nachwuchsentwicklung im Münsterland: Die Zahl der jungen Tennisspielerinnen und Tennisspieler stieg dort um 4,86 Prozent.

THC Münster durchbricht die 1.000er-Marke

Wie positiv sich die Mitgliederentwicklung in einzelnen Vereinen darstellt, zeigt der Blick auf die größten Clubs des Verbandes. Der THC Münster hat die Marke von 1.000 Mitgliedern überschritten. Mit 1.003 Mitgliedern ist der Traditionsverein aktuell der größte Tennisverein im WTV. Allein innerhalb eines Jahres wuchs der Club um mehr als zehn Prozent.

Auch bei den prozentualen und absoluten Zuwächsen gibt es bemerkenswerte Entwicklungen. Der Gütersloher TV gewann 156 Mitglieder hinzu und steigerte seine Mitgliederzahl um 28,3 Prozent auf 550. Der TV Unna Blau-Weiß-Rot verzeichnete sogar ein Plus von 59,4 Prozent und zählt inzwischen 123 Mitglieder.

„Hinter diesen Zahlen stehen erfolgreiche Vereinsarbeit und vor allem Menschen, die sich für Tennis und das Vereinsleben begeistern. Die Beispiele aus Münster, Gütersloh und Unna zeigen, wie unterschiedlich Wachstum aussehen kann – und dass Vereine mit attraktiven Angeboten auch in kurzer Zeit viele neue Mitglieder gewinnen können“, resümiert Ulrich Steinbach, WTV-Vizepräsident Vereins- und Verbandsentwicklung.

Vereine sind mehr als Sportstätten

Die aktuelle Entwicklung macht zugleich deutlich, welche Bedeutung Tennisvereine über den Sport hinaus haben. Die Vereine bieten nicht nur Trainings- und Spielmöglichkeiten, sondern sind Orte der Begegnung und des sozialen Miteinanders. Neue Angebote wie Padel oder Pickleball können das Portfolio erweitern und zusätzliche Zielgruppen ansprechen.

Gleichzeitig steht der Tennissport vor Herausforderungen. Insbesondere die zunehmende Verknappung von Hallenkapazitäten stellt die Vereine vor die Frage, wie Tennis langfristig als Ganzjahressport gesichert werden kann. Der WTV hat deshalb in den vergangenen Wochen mit der Vereinsbefragung „Tennis im Winter“ die Situation genauer untersucht. Erste Ergebnisse und Schlussfolgerungen sollen im vierten Quartal 2026 vorgestellt werden.

Trotz dieser Herausforderungen ist die Mitgliederentwicklung ein klares Signal: Tennis bleibt attraktiv – und die Vereine verfügen über eine starke Basis für die weitere Entwicklung.

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