Ereignisreiche Tage für WTV-Talent Oliver Majdandzic. Ein wenig Enttäuschung konnte man im Gesicht des 18-jährigen Bad Oeynhauseners erkennen. Kurz vor dem Start der Junioren-Konkurrenz der French Open fehlten nur wenige Weltranglistenpunkte, um dabei zu sein. Dennoch macht sich der Regionalligaspieler des Tennispark Versmold auf den Weg. Dann die erlösende Nachricht: „Du bist doch noch reingerutscht.“ Bonjour Paris.

Angekommen in der französischen Hauptstadt hieß es erstmal, sich mit den überwältigenden Bedingungen rund um die Anlage von Roland Garros vertraut zu machen. Wo und mit wem kann man trainieren und essen, und wo findet man bei dem ganzen Trubel auch noch ein bisschen Ruhe? Bundestrainer Philipp Petzschner, der die Junioren des DTB bei Grand-Slam-Turnieren betreut, konnte da schon erste Erfahrungen und Tipps vermitteln.

Quali gepackt!

Dann der Blick auf die Auslosung der Qualifikation. 1. Runde gegen den Spanier Eudald Gonzales. Ein kniffliges Los. Iberer sind bekanntlich auf Sand eine Bank. Doch Oli packt alles aus, was er hat – dazu noch sein Kämpferherz. Mit dem Gewinn des 2. Satzes hat er seinen Gegner gebrochen – 4:6, 7:5, 6:0. Doch um ins Hauptfeld zu kommen, waren zwei Siege nötig. Also regenerieren, gut essen, entspannen und schlafen. Vielleicht noch auf der Anlage dem einen oder anderen Kumpel aus dem DTB-Team die Daumen drücken und die Grand-Slam-Atmosphäre aufsaugen. Am nächsten Tag stand dann das nächste Match gegen den bis dato völlig unbekannten Nigerianer Peter Ogunsakin an. Wieder gab es enge Situationen, wieder behielt der Nachwuchsathlet aus der WTV-Talentschmiede mit 6:3, 7:6 die Oberhand. Geschafft! Erleichterung pur, und der Ritt ging weiter.

Unterstützung und Turnierroutine

Nun machten sich auch Chef-Verbandstrainer Michael Schmidtmann und Athletiktrainer Nico Erlemann auf den Weg, um Oli in Paris zu unterstützen. Die Auslosung meinte es dieses Mal gut. Es ging gegen den US-Amerikaner Tanishk Konduri. Oli, der es liebt, sich in Matches auf Sandplatz hineinzuarbeiten, hielt seinen Gegner, der eher die Hartplätze aus den USA gewohnt ist, in Schach. Beim 6:2, 6:4 konnten außerdem noch Kräfte gespart werden. Eine richtige Verschnaufpause gab es nach dem späten Match trotzdem nicht. Cool-down und ab ins Bett war die Devise. Schon am nächsten Tag wartete mit der Nummer 8 der Weltrangliste, dem Österreicher Thilo Behrmann, eine Mammutaufgabe. Auch der Matchday eines Juniors ist, abhängig von der Ansetzung des Spiels, durchgetaktet. Frühes Warm-up am Morgen mit Einschlagen, Pause, Mittagsessen, danach ein zweites Warm-up, um den Puls wieder hochzufahren, und dann ab auf den Court. Zum ersten Mal lief es nicht nach Wunsch. War der 1. Satz zu Beginn noch ausgeglichen, konnte Olli im Verlauf des Spiels nicht mehr zusetzen. 3:6, 1:6 hieß es am Ende.

Und dennoch gingen erfolgreiche, aufregende und ereignisreiche Tage am Bois de Boulogne zu Ende. Eins ist sicher: Es sollte nicht der letzte Besuch bei Roland Garros gewesen sein. Doch erstmal stehen für den Junior wieder Turniere vor der Haustür an. Erst geht es nach Bamberg, bevor er dann mit einer Wildcard beim Herren-Turnier der Kamen Open an den Start geht.

June 1, 2026, Paris, Ile-De-France, France: Oliver Majdandzic of Germany shaking hands with his Team Mates and Fans after his win of the Match during the French Open at Roland Garros - Tennis Grand Slam, 31.5.2026 in Paris Roland Garros, France Tennis 2026: ROLAND GARROS - French Open Tennis Grand Slam - Paris: MAJDANDZIC 6:2 6:4 KONDURI PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAs343 20260601_zsp_s343_152 Copyright: xMathiasxSchulzx
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