Zwei erfolgreiche Titelverteidigungen prägten die 54. Freiluft-Meisterschaften des Tennisbezirks Ostwestfalen-Lippe. Zu alten und neuen Champions der offenen A-Feldern kürten sich die topgesetzten Favoriten Chiara Heine und Jonas Erdmann (beide TC Herford). An den in Paderborn ausgetragenen Meisterschaften (Gesamtpreisgeld 1.730 Euro) nahmen knapp 120 Starter teil, sie kämpften in neun Konkurrenzen um Meister-Ehren.
Heine (Rang DTB 174) feierte ihren zweiten Endspielsieg in Folge nach einem 6:1, 2:5, 10:7 über Leah Wächter (TC BW Halle, DTB 345). Im Anschluss sagte die 15 Jahre junge Linkshänderin: „Als an Nummer eins gesetzte Spielerin habe ich dieses Mal schon Druck gespürt und es war für mich schwieriger. Als Underdog wie vor einem Jahr spiele ich lieber. Aber ich bin positiv überrascht und sehr zufrieden, dass ich während des Turniers auch in den engen Phasen meiner Matches positiv geblieben bin. Vor dem Matchtiebreak des Finales musste ich mich erstmal sammeln.“
Seinen bereits dritten OWL-Titel in Folge sicherte sich der Herren-A-Sieger. Erdmann (DTB 144) profitierte im Endspiel gegen seinen Herforder Vereinskollegen Jannis Jung (DTB 440) beim Stand von 6:0, 2:0 von der Aufgabe des Kontrahenten. Doch auch in den Runden zuvor dominierte Erdmann seine Matches nach Belieben und blieb im Turnierverlauf ohne Satzverlust. Am meisten Gegenwehr musste er in der Vorschlussrunde beim 6:3, 6:1 gegen Henrik Rodenbüsch (TC GW Paderborn) überwinden.
Rodenbüsch war es indessen, der in der Turnierwoche die meisten Matches zu absolvieren hatte. Da sich die OWL-Titelkämpfe und der Libori-Cup (7.000 Euro Preisgeld) des TC GW Paderborn den Termin teilen mussten, hatten Bezirk und GW Paderborn vereinbart, allen Aktiven durch abgestimmte Spielansetzungen die parallele Teilnahme an beiden Turnieren zu ermöglichen. Rodenbüsch, einer der Teilnehmer, die davon gebrauch machten (unter anderem auch noch Heine und Wächter), zu den Erfahrungen nach seinen insgesamt sechs Matches (zwei bei den OWL-Meisterschaften und je zwei beim Libori-Cup in Qualifikation und Hauptfeld): „Es war keine krasse Mehrbelastung. Das spielen von zwei Matches am Tag kennen wir auch von anderen Turnieren. Für die Matchpraxis und einen optimalen Schlagrhythmus ist es eher von Vorteil.“ Wächter (wie Heine fünf Matches) ergänzte: „Das war auch für mich kein Problem, die Veranstalter sind auf alle Terminwünsche bei den Spielansetzungen eingegangen.“ Den kooperierenden Turnierverantwortlichen um Jan Keller (Bezirk OWL) und Jens Himmelmann (TC GW Paderborn) gelang das trotz des Mammutprogramms von insgesamt 17 Konkurrenzen. „Es war zwar sehr anstrengend, ist aber sehr gut gelaufen“, bilanzierte Himmelmann, „wir danken dem Paderborner TC Blau-Rot für die uns zu Verfügung gestellten weiteren Platz-Kapazitäten.“
Die Titel in den übrigen Konkurrenzen der 54. OWL-Meisterschaften gingen an Celine Pähler (Gütersloher TV, Damen-B), Nikita Leon Kirsch (TC RW Geseke, Herren-B), Tina Striewe (TV Erwitte, Damen 40), Paskal Niermeier (TuS Sennelager, Herren 30), Tim Buschmann (TV BW Quelle, Herren 40), Oliver Joneleit (TuS Eintracht Bielefeld, Herren 50) und Frank Epping (TC Steinhorst, Herren 60).