Mit großer Trauer hat der Westfälische Tennis-Verband vom Tod von Folker Seemann erfahren. Mit ihm verlor der westfälische Tennissport am 04. Juni 2026 eine herausragende Persönlichkeit, einen außergewöhnlich erfolgreichen Sportler und einen engagierten Botschafter des Tennissports.

Folker Seemann gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Gesichtern des Tennis in Westfalen. Sein Name stand gleichermaßen für sportliche Höchstleistungen, Leidenschaft und unermüdliches Engagement für den Tennissport. Für seine Verdienste wurde er u.a. mit der Silbernen Ehrennadel des Westfälischen Tennis-Verbandes ausgezeichnet.

Geboren 1937 in Hamburg, fand Folker Seemann schon früh zum Sport. Nach seinem Umzug nach Bielefeld Mitte der 1950er-Jahre begann eine jahrzehntelange Verbundenheit mit dem westfälischen Tennis. Als Spieler des SuS Bielefeld und später des Bielefelder TTC gehörte er zu den erfolgreichsten Tennisspielern der Region.

Seine größten sportlichen Erfolge feierte Folker Seemann im Seniorentennis. Als mehrfacher Deutscher Meister, zweifacher Europameister und insgesamt sechsfacher Weltmeister zählt er zu den erfolgreichsten deutschen Seniorentennisspielern überhaupt. Den ersten Weltmeistertitel gewann er 1983 gemeinsam mit Klaus Fuhrmann im Doppel bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Brasilien. Weitere Weltmeistertitel folgten sowohl im Doppel als auch mit deutschen Mannschaften.

Doch Folker Seemann war weit mehr als ein erfolgreicher Spieler. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Monika gründete er 1974 den Tennispark Bielefeld, die erste vereinsfreie Tennisanlage Deutschlands. Drei Jahre später entstand das Tennisland Dornberg. Damit schuf er nachhaltige Strukturen für Generationen von Tennisspielerinnen und Tennisspielern. Auch über die Region hinaus war sein Fachwissen gefragt. Als Schiedsrichter war er 13 Mal im Davis Cup im Einsatz. Darüber hinaus engagierte er sich über viele Jahre für den Seniorentennisbereich und führte unter anderem die Seniorenmannschaften des TV Espelkamp-Mittwald zu nationalen Erfolgen.

Wer Folker Seemann begegnete, erlebte einen Menschen, der seine Begeisterung für den Tennissport mit anderen teilen konnte. Seine Erfolge verloren für ihn nie den Blick auf das Miteinander, auf Freundschaften und auf die Freude am Sport. Bis ins hohe Alter blieb er dem Tennis eng verbunden und war für viele Menschen Vorbild, Wegbegleiter und Freund.

Der Westfälische Tennis-Verband wird Folker Seemann ein ehrendes Andenken bewahren. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen Angehörigen. Folker Seemann hinterlässt tiefe Spuren im westfälischen Tennissport. Sein Lebenswerk wird bleiben.

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