Wenn es um die Titel in der Damen- und Herrenkonkurrenz bei den Hallen-Bezirksmeisterschaften des Tennisbezirks Münsterland geht, geben Marlene Specht (TV Warendorf 1897, Deutsche Rangliste (DR): 102) und Alexander Skripaev (TG Stadtlohn/Ahaus, DR 99) aktuell den Takt an. Skripaev stand bei den 31. Titelkämpfen, die vom 22. bis 25. Januar 2026 in der Tennishalle im Sportpark Billerbeck stattfanden, bei den Herren erneut auf dem Siegerpodest und feierte in diesem Jahr nach 2022 und 2025 nicht nur seine Titelverteidigung, sondern auch seinen dritten Hallentitel auf Bezirksebene. In der Damenkonkurrenz war es für Titelverteidigerin Marlene Specht der zweite Hallentriumph.
Alexander Skripaev dominierte die Herrenkonkurrenz nach Belieben. Auch der an Nummer 3 gesetzte Alexej Harin (TC 22 Reine) hatte im Halbfinale keine Chance gegen den Titelverteidiger und verlor in zwei Sätzen (1:6, 1:6). Dagegen war das zweite Halbfinalspiel an Dramatik und Spannung kaum zu überbieten. Lars Hartmann (SV Münster 91, DR 381), an Nummer 2 gesetzt, und Niklas Kammer (TC St. Mauritz, DR 463), an Nummer 4 gesetzt, lieferten sich in einem fast dreistündigen Marathonmatch ein Duell auf Augenhöhe. Der Tennisroutinier Hartmann hatte das glücklichere Ende für sich und feierte nach zwei Sätzen (7:6, 7:5) den Einzug ins Finale. Doch der 37-Jährige konnte sich seinen Wunsch, bei den Herren als ältester Bezirksmeister im Münsterland in die Annalen einzugehen, nicht erfüllen. Er musste nicht nur dem kräftezehrenden Halbfinale Tribut zollen, sondern traf mit Alexander Skripaev auch auf einen Spieler, der mit seinem variantenreichen Spiel überzeugte. Der Titelverteidiger, 17 Jahre jünger als sein Herausforderer, verließ nach einem klaren Zweisatzsieg (6:2, 6:1) innerhalb von knapp 60 Minuten den Platz als Sieger: Hallen-Bezirkstitel Nummer 3 für den 20 Jahre alten Skripaev.
In der Damenkonkurrenz erreichten die vier gesetzten Spielerinnen das Halbfinale. Marlene Specht (TV Warendorf 1897, DR 102) und Ariane Paulus (TC Deuten, DR 110) behaupteten sich gegen Alina Kornieeva (MTA Tennis Club Dorsten, DR 195), an Nummer 3 gesetzt, beziehungsweise gegen Johanna Michahelles (1. TC Hiltrup, DR 216), an Nummer 4 gesetzt, und zogen ins Finale ein. Beide Finalistinnen lieferten sich ein abwechslungsreiches und faires Spiel. Titelverteidigerin Marlene Specht, die im Sommer im Aufgebot des Regionalligisten TC Union Münster steht, setzte sich verdient in zwei Sätzen (7:5, 6:3) gegen Ariane Paulus durch. Die Spielerin aus Deuten hatte zum ersten Mal das Damenfinale der Hallen-Bezirksmeisterschaften erreicht.
Insgesamt wurden am Wochenende nicht nur die Titelträger in den Konkurrenzen der Damen und Herren (Kategorie A6) ermittelt, sondern auch die Bezirksmeister in den Altersklassen Damen 40, Herren 40, Herren 50 und Herren 60. Insgesamt nahmen 74 Spielerinnen und Spieler aus 40 Vereinen in sechs verschiedenen Altersklassen an den Hallen-Bezirksmeisterschaften teil.
Bei den Damen 40 gab es gleich eine doppelte Premiere: Anna Lücke (TV Feldmark Dorsten), an Nummer 2 gesetzt, nahm zum ersten Mal an den Hallen-Bezirksmeisterschaften teil und holte sich direkt den Titel. Dies gelang ihr nach einem Zweisatzsieg (6:4, 6:2) gegen die Titelverteidigerin und an Nummer 1 gesetzte Franziska Schütze (SG GW Telgte).
Bei den Herren 40 wurde Alexander Hiller (TC Drensteinfurt) seiner Favoritenrolle gerecht. Er schaffte den Hattrick und holte sich nach 2024 und 2025 zum dritten Mal den Hallentitel in der Konkurrenz Herren 40. Für das Endspiel hatte sich mit Björn Heckhoff (TC St. Mauritz) ein ungesetzter Spieler qualifiziert. Für den Mauritzer, der sich im Viertelfinale überraschend gegen den an Nummer 2 gesetzten Jonas Tiedemann (TC RW Greven, DR 81) durchgesetzt hatte, war es die Finalpremiere bei Bezirksmeisterschaften. Favorit Alexander Hiller setzte sich gegen Heckhoff in zwei Sätzen (6:4, 6:4) durch.
Bei den Herren 50 trug sich mit Sebastian Groß (SV Münster 91) ein ungesetzter Spieler in die Siegerliste ein. Für die Konkurrenz kam dies jedoch nicht völlig überraschend, schließlich hatte Groß in seiner Karriere bereits vier Mal die Bezirksmeisterschaften bei den Herren 40 gewonnen. Erstmals durfte er nun bei den Herren 50 antreten, schaltete im Halbfinale den an Nummer 2 gesetzten Peter Lenz (TC Union Münster) aus und behielt auch im Finale gegen den an Nummer 3 gesetzten Matthias Bieling (THC Münster) nach zwei Sätzen (6:3, 6:2) die Oberhand. Bieling hatte zuvor im Halbfinale den Lokalmatador, Titelverteidiger und an Nummer 1 gesetzten Nico Landsknecht (DJK VfL Billerbeck) bezwungen.
Im Finale der Herren 60 kam es zur Neuauflage des letztjährigen Endspiels. Lutz Rethfeld (THC Münster), an Nummer 2 gesetzt, forderte den Titelverteidiger und an Nummer 1 gesetzten Torsten Lubeseder (THC Münster) heraus. Wie bereits im vergangenen Jahr entwickelte sich erneut ein echter Tenniskrimi – zugleich das einzige Finale, das erst nach drei Sätzen im Matchtiebreak entschieden wurde. Rethfeld gelang gegen seinen Vereinskollegen nach über zwei Stunden Spielzeit die erfolgreiche Revanche (6:3, 6:7, 12:10).