Der Tennisbezirk Ruhr-Lippe hat nach einer einjährigen Übergangszeit eine neue Vorsitzende: Es ist Nicole Wilhelmus Zschernack. Die 54-jährige, die für den Dortmunder TK RW 98 aufschlägt und zuletzt für den Bereich Vereinsentwicklung zuständig war, tritt somit die Nachfolge von Prof. Dr. Michael Ludvik an, der vor einem Jahr in das WTV-Präsidium gewählt wurde.
Doch der Reihe nach: Nach der überschaubaren Beteiligung im vergangenen Jahr platzte das Vereinsheim den TC Bergkamen im November nahezu aus allen Nähten, denn insgesamt erschienen knapp 60 Personen, darunter auch zahlreiche Jugendliche, die im Laufe des Abends für ihre sportlichen Leistungen geehrt wurden.
Bezirksjugendkoordinator Daniel Stuke, der auf kommissarischer Ebene federführend die Leitung des Bezirks übernommen hatte, freute sich über die ausgesprochen gute Resonanz und begrüßte zudem die beiden Vizepräsidenten des WTV, Prof. Dr. Michael Ludvik (Wettkampfsport Erwachsene) und Michael Stichling (Jugendsport & Jugendbildung), die in Vertretung des verhinderten Präsidenten Jörg Hochdörffer erschienen waren. Stuke betonte den erneut leichten Mitgliederanstieg im Bezirk Ruhr-Lippe. Mehr als 33.000 Mitglieder verteilen sich auf 166 Vereine, die im Durchschnitt ziemlich genau 200 Mitglieder führen. Größter Verein mit über 600 Mitgliedern ist der Dortmunder TK RW 98, vier Vereine weisen über 500 Mitglieder auf. Der Hammer SC hat mit 88 Neumitgliedern den größten Anstieg zu verzeichnen.
Im Anschluss stellte Kemper den anwesenden Vereinsvertretungen den Spielplan für die kommende Sommersaison vor. Eine Neuheit wird der 14-tägige Rhythmus sein, in dem die Mannschaftsspiele stattfinden. Dies soll zum einen die Saison entzerren und zum anderen das Spielen in zwei Altersklassen, das ab 2026 auch NRW-weit möglich sein wird, noch deutlicher beflügeln. Die Altersklasse 65 wird weiterhin mittwochs spielen, man werde jährlich einen Blick darauf werfen. Die Bezirksmeisterschaften der Senioren werden im Januar zum ersten Mal in Kooperation mit dem Bezirk Südwestfalen stattfinden.
Eine kleine Diskussion entstand über die seit einem halben Jahr bestehende DTB-Gebühr für die Teilnahme an Turnieren. Mehrere Turnierveranstalter berichteten von Rückgängen an Meldungen, insbesondere bei Mehrtagesturnieren und vielen Gesprächen, die im Lauf der letzten Monate mit Spielerinnen und Spielern geführt wurden. Der Bezirksvorstand sicherte zu, das Thema im Auge zu behalten und mit dem Dachverband weiter zu erörtern. Für den WTV ergänze Prof. Dr. Michael Ludvik, dass das neue Spielberichtssystem „nuScore“ seit diesem Winter testweise genutzt werden kann. Ziel sei es, mittelfristig von handschriftlich ausgefüllten Spielberichten samt Aufbewahrungsdauer abzukommen.
Auch betonte Ludvik, dass der WTV stets auf der Suche nach Tennisanlagen für die Ausrichtung größerer Verbandsturniere ist, Mindestanforderung seien acht Plätze.
Daniel Stuke zog ein positives Fazit zum Spieltrieb der Jugend im abgeschlossenen Sommer. Stuke lobte die erneut gestiegene Meldezahl auf insgesamt 651 Mannschaften sowie die Erweiterung des Westfalenliga-Formats. Das Angebot der Mannschaftsspiele im Winter hat sich im dritten Jahr zum Erfolgsmodell etabliert und liegt mit 186 gemeldeten Teams deutlich über dem Wert des letzten Winters. Insgesamt sind bezirksweit über 8.000 Kinder und Jugendliche aktiv, Spitzenreiter ist der TSC Hansa Dortmund mit 176.
Da davon auszugehen ist, dass im Sommer 2026 erstmals mehr als 50 Prozent aller Mannschaften als Zweierteams gemeldet werden, stellte Stuke der Versammlung die künftig angebotenen Systeme „classic“ und „compact“ für Viererteams vor. Neben dem bisherigen Format (classic) gibt es bald auch die Möglichkeit, ähnlich des Systems WTV-Vereinspokal zu viert zwei Einzel und ein Doppel zu spielen (compact). Insgesamt werden die Wettbewerbe dadurch kürzer sein, da ein Spielbeginn unter der Woche ab 16:00 Uhr kaum noch zu bewerkstelligen ist.
Nicole Wilhelmus Zschnernack gab als Koordinatorin für Vereinsentwicklung einen Rückblick auf die Hobby-Spielbetrieb sowie Gemischte Mannschaften/Mixed Challenge. Erneut gingen 48 Mannschaften in der Hobbyrunde an den Start, bei den Gemischten Mannschaften waren es 66 und somit ein deutlicher Anstieg um 20 im Vergleich zum Vorjahr. In der Mixed Challenge wurden 81 Mannschaften gemeldet, vier weniger als 2024.
Der Abend endete mit der einstimmigen Wahl von Nicole Wilhelmus Zschernack zur neuen Vorsitzenden des Bezirks. Den Part der Vereinsentwicklung wird sie vorläufig weiterführen, eine Nachfolge wird natürlich gesucht. Da es keine zu behandelnden Anträge gab, konnte Daniel Stuke nach einem abschließenden Dankeswort von Michael Stichling, der dem Bezirksvorstand und Vereinen alles Beste wünschte, die Versammlung nach etwas weniger als zwei Stunden beenden.