Seit vielen Jahren finden die Bezirksmeisterschaften des Tennisbezirks Ruhr-Lippe an jeweils zwei Wochenende im Januar und Februar statt, und wie zuletzt war auch diesmal Bochum der Austragungsort. Gespielt wurde in drei Tennishallen mit dem Hauptstandort SV Langendreer 04 sowie den weiteren beiden Vereinen TC BW Harpen und TC RW BO-Werne, die einige Fahrminuten voneinander entfernt liegen.

In diesem Jahr gab es das Novum, dass die Disziplinen der Seniorinnen und Senioren auch für Spielerinnen und Spieler aus dem Bezirk Südwestfalen offen waren, und die Neulinge fühlten sich bei ihrer Premiere gut abgeholt. Insgesamt war die Zahl der Teilnehmenden über alle Altersklassen gesehen passabel, lag zum Zeitpunkt der Auslosung bei exakt 125 und somit leicht über dem Wert des vergangenen Jahres. Dass alles gut funktionierte, war nicht zuletzt ein Verdienst von Turnierleiter Heiko Krieger, der den Zeitplan für die insgesamt vier Turniertage in einer mühevollen Nachtschicht zusammenstellte.

Mit 33 Meldungen war das Feld der Herren wie immer das mit der höchsten Teilnahmezahl und startete somit bereits am ersten Samstagmorgen. Maximilian Özcelik (TC Parkhaus Wanne-Eickel/DTB 67) führte das Feld an und wurde seiner Favoritenrolle auch gerecht, indem er die Konkurrenz ohne Satzverlust für sich entschied. In der unteren Hälfte gab es einige Überraschungen. Der an Position zwei gesetzte Julius Haus (TC BW Soest/DTB 156) verlor sein Viertelfinalspiel gegen Moritz Ritter (TSC Hansa Dortmund) im Matchtiebreak. Ritter musste sich im Semifinale wiederum der Nummer fünf des Feldes, Simon Schiller (SV BW Alstedde/DTB 326), ebenfalls nach Matchtiebreak beugen. Tatsächlich bot Schiller auch im Endspiel mächtig Paroli, doch setzte sich der erfahrenere Özcelik am Ende mit 6:3, 7:6 durch.

Bemerkenswert gut besetzt war auch das Feld der Damen und mit insgesamt 16 Spielerinnen konnte ein harmonischer Turnierbaum generiert werden. Trotz vieler hochklassiger Partien gab es im gesamten Turnierverlauf nur ein Spiel über drei Sätze. Dieses gewann Leyla Knese (TC BW Soest), die als ungesetzte Spielerin im Viertelfinale für eine Überraschung sorgte, indem sie gegen die an zwei gesetzte Finnja Isbruch (TC BW Castrop 06) als Siegerin hervorging. Letztendlich spielte sich die 15-jährige Megan Latifaj (TC GW Herne/DTB 253), wie schon im Sommer, ins Endspiel vor. Dort traf sie auf ihre Mannschaftskollegin Lea Fojcik (TC GW Herne/DTB 85), die das Finale durch einen Sieg gegen die Nummer vier, Mandy Barth (TC HW Gladbeck/DTB 255), erreichte. Dieses gewann die neun Jahre ältere Fojcik mit 6:4, 6:0.

Spitzentennis auch in den Konkurrenzen der Seniorinnen und Senioren

Herren 30: Sechs Spieler verteilten sich auf zwei Gruppen, doch leider schieden zwei Spieler schon zu Turnierbeginn verletzungsbedingt aus. Während in der einen Gruppe Felix Wember (VfT SW Marl) das Endspiel durch einen klaren Sieg erreichte, musste sich in der anderen Gruppe Jonas Henneke (TC Parkhaus Wanne-Eickel) mächtig strecken, um sich für das Finale zu qualifizieren. Dieses gewann Henneke jedoch souverän 6:1, 6:0.

Herren 40: Im einem der besten und umkämpftesten Spiele des gesamten Turniers setzte sich Malte Wallstein (TC Rechen Bochum) gegen André Hagenjürgen (Recklinghäuser TG) mit 7:6, 4:6, 10:8 durch. In einem nicht weniger spektakulären Semifinale hatte Wallstein zuvor Iwo Rhomberg mit 6:4, 2:6, 11:9 bezwungen. Hagenjürgen hingegen gewann gegen die Nummer eins des Feldes, Marc-André Schremmer (TC im TuS Brackel) deutlich mit 6:0, 6:1.

Herren 50: Bezirksmeister bei den 50ern wurde Michael Stork (TG Bochum 49). Ohne Satzverlust hatte sich der an eins gesetzte Stork ins Endspiel vorgespielt, das genau wie bei den 40ern erst im Matchtiebreak seinen Sieger fand. Sein Gegenüber, André Thyret (TuS 09 Erkenschwick), die Nummer zwei des Feldes, hatte im Halbfinale Marc Bartels (TC Eintracht Dortmund) nach über zwei Stunden besiegt, im Finale gewann schließlich Stork mit 3:6, 6:4, 10:7. Herren 55: In einem kompakten Achterfeld erreichten die beiden favorisierten Spieler Patrick Arntzen (Recklinghäuser TG) und Sascha Schellenberg (TC Siegen) mit deutlichen Erfolgen das Finale, welches ebenfalls zu einer klaren Sache wurde, denn der Sieger Schellenberg ließ Arntzen beim 6:2, 6:1 keine Chance. Es war zugleich der einzige Turniersieg für einen Spieler aus Südwestfalen.

Herren 60: Die beiden topgesetzten Spieler, Jörg Artmann (Recklinghäuser TG) und Ralf Ziegler (TC Unna 02 GW) verloren bereits ihr Auftaktspiel. Das Endspiel bestritten Thomas Doritz (TuS 59 Hamm) und Michael Piepenstock (Lüdenscheider TV 1899), in dem Doritz einen Sahnetag erwischte und den Platz mit 6:0, 6:0 als Sieger verließ.

Herren 65: Ein ähnliches Szenario gab es auch bei den 65ern, denn sowohl Michael Ludvik (TC Unna 02 GW) als auch Frank von Sondern (Suderwicher TC) schieden schon früh aus. Mit Thomas Osburg (TV Erwitte) wurde ein ungesetzter Spieler Bezirksmeister. Osburg gewann das Finale gegen den ebenfalls ungesetzten Lokalmatadoren Klaus Gütke (TC RW Stiepel) mit 7:6, 2:6, 10:7.

Herren 70: Da die Konkurrenz Herren 75 wegen mangelnder Teilnahmezahl nicht stattfand, versuche der 77-jährige Karl-Heinz Haude (TG RW Hattingen) sein Glück bei den etwas Jüngeren, die er jedoch ziemlich alt aussehen ließ, denn Haude gab in keiner seiner vier Begegnungen mehr als drei Aufschlagspiele ab, so auch im Finale gegen Dietmar Wilhelms (TC Kirchhörde), das er mit 6:1, 6:2 für sich entscheiden konnte.

Herren 80: Zum ersten Mal in der Geschichte der Bezirksmeisterschaften fand eine Konkurrenz Herren 80 statt. Drei Spieler hatten sich gemeldet und spielten im Kästchen gegeneinander. Das nominelle Endspiel gewann schließlich der als Favorit ausgemachte Volker Töbel (TC im TuS Brackel) mit 7:5, 6:3 gegen Lutz Reithmayer (ebenfalls TC im TuS Brackel).

Damen 30: Leider gab es bei den Seniorinnen sehr wenige Meldungen, bei den Damen 30 waren es nur drei, was der Qualität der Spiele jedoch keinen Abbruch tat. Etwas überraschend gewann Anna-Lena Langenhorst (RV Rauxel) die Konkurrenz. Zweimal setzte sich Langenhorst im Matchtiebreak durch, so auch gegen die zweitplatzierte Julia Eckenbach (TG Bochum 49) mit 3:6, 6:4, 10:7.

Damen 40: Auch bei den 40ern fand ein Gruppenmodus mit insgesamt vier Spielerinnen statt. Regionalligaspielerin Martina Kuhlmann (TC Eintracht Dortmund) wurde ihrer Favoritinnenrolle in jedem ihrer Spiele gerecht und erspielte sich eine Bilanz von 36:3-Aufschlagspielen. Den zweiten Platz holte sich Wiebke Gerwin (TC Sölderholz), die gegen Kuhlmann beim 6:2, 6:0 immerhin zwei Aufschlagspiele für sich erzielte.

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