Am heutigen Sonntag ist eine außergewöhnliche Turnierwoche der Kamen Open powered by GfTD United zu Ende gegangen. Grund dafür waren natürlich die außergewöhnlich hohen Temperaturen, die die Spielerinnen und Spieler immer wieder an ihre Grenzen brachten. Dennoch rückte der Sport am etwas weniger heißen Finaltag auf der Anlage des VfL Tennis 1929 Kamen wieder in den Vordergrund.

Parallel um 10:00 Uhr starteten das Damenfinale zwischen der Nordhornerin Josy Daems (WTA 541) und der Neuseeländerin Valentina Ivanov (WTA 623) sowie das Herrenendspiel zwischen dem Potsdamer Benito Sanchez Martinez (ATP 1.122) und dem Ukrainer Oleksii Krutykh (ATP 633). Alle vier Finalisten hatten ihre Gegner und die schwierigen Bedingungen während der vergangenen sieben Tage am besten im Griff und standen im Endspiel um 15 Weltranglistenpunkte und das Siegerpreisgeld von 2.100 Euro. Auch die Zuschauer trauten sich wieder auf die Anlage des VfL und gaben den Finals einen würdigen Rahmen. Am Donnerstag und Freitag blieben selbst die größten Tennisenthusiasten aufgrund der extremen Hitze zu Hause.

Zwei Finals, zwei Geschichten

Die Matches selbst hätten kaum unterschiedlicher sein können. Der Ukrainer Krutykh, der bereits Grand-Slam-Erfahrung gesammelt hatte und mit einem Turniersieg im Rücken aus Tschechien nach Kamen reiste, dominierte seinen Kontrahenten Sanchez Martinez nach Belieben. Nur beim Zwischenstand von 6:1, 3:0 ließ der 26-Jährigen seinem zwei Jahre jüngeren Kontrahenten noch einmal Hoffnung aufkeimen, machte nach drei verlorenen Spielen in Folge jedoch den Deckel drauf. Die Leistung von Sanchez Martinez muss allerdings ebenfalls hoch bewertet werden. Für einen der besten US-College-Spieler des vergangenen Jahres war es das erste Sandplatzturnier seit zehn Monaten.

Ivanov gewinnt den Krimi

Josy Daems und Valentina Ivanov boten den Tennisfans hingegen echtes Drama und trieben die Spannung bis zum 6:6 im dritten Satz auf den Siedepunkt. Zuvor vergab die Linkshänderin Daems, die in dieser Woche von Bundestrainer Dirk Dier betreut wurde, zwei Matchbälle, und auch eine 5:3-Führung konnte sie nicht zum Matchgewinn nutzen. Ivanov entpuppte sich als wahre Kämpferin und brachte ihre Gegnerin mit ihrem Defensivspiel zur Verzweiflung, produzierte bei eigenem Matchball jedoch einen Doppelfehler. Tennis ist Kopfsache – meistens. Beim entscheidenden Matchball hatte die Neuseeländerin dann allerdings das Glück in Form eines kleinen Platzfehlers auf ihrer Seite. Die Erleichterung war der 25-jährigen Siegerin nach ihrem Erfolg und den Strapazen der Woche deutlich anzusehen.

Positives Fazit trotz großer Herausforderungen

Turnierdirektorin Sabine Gerke-Hochdörffer fasste die Kamen Open vor allem aus organisatorischer Sicht zusammen: „Diese extreme Hitze und diese Bedingungen habe ich als Verantwortliche bei einem internationalen Turnier noch nicht erlebt. Wir sind glücklich, dass alle Spielerinnen und Spieler die Woche gut und ohne größere Zwischenfälle überstanden haben. Die frühen Ansetzungen, verlängerten Pausen und das starke Engagement der Helferinnen und Helfer haben entscheidend zum Gelingen einer herausfordernden Woche beigetragen.“

Im nächsten Jahr darf mit der 10. Auflage der Kamen Open powered by GfTD United das erste etwas größere Jubiläum gefeiert werden – hoffentlich dann bei etwas erträglicheren Temperaturen.

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